E5 Etappen 91-95

Von Holzgau

nach Innsbruck

Mittwoch, 5. Juni 

Wunderschönes Bergpanorama oder schneebedeckter Gipfel

  • Tolles Frühstück im Hotel, bevor gepackt wird und wir zur Busstation marschieren.
  • Bus nach Lech, Bus nach Warth, Bus nach St. Anton, und wow, wir fahren über den Flexenpass und dann den Arlbergpass! 
  • Es ist mega, doch auf 1800m Höhe liegt eindeutig VIEL Schnee.
  • Wunderschöne Berpanoramen erstrecken sich vor uns und wir lehnen uns zurück und lassen sie an uns vorbeiziehen, ganz froh, dass wir nicht durch meterhohen Schnee stapfen müssen.
  • In St. Anton am Arlberg steigen wir in den Railjet und fahren ein Stück der uns sehr vertrauten Zürich-Wien-Strecke bis Zams.
  • Eine Station, aber der Railjet ist bummvoll und befördert uns recht instant in den Alltagsstress: Um uns herum sind Leute mit Handys, Laptops, sich über die Arbeit unterhaltend, laut telefonierend. 
  • Wir sind froh, dem Ganzen in Zams zu entkommen, den Huzzle-Buzzle hinter uns zu lassen und wieder in die ruhigen Bergwelten zu flüchten.
  • Der Weg führt uns durch Zams und dann folgen wir einer Bergläuferin hinauf zum Wanderweg, auf dem die Skihütte Zams schon ausgeschildert ist. 
  • Diese ist passenderweise unser heutiges Ziel.
  • Über teils sehr steile Wege, teils Schotterstraßen und eine Kuhweide mit Kuh und Kalb (na super) gelangen wir zur Skihütte.
  • Dort haben wir ein “Upgrade” bekommen: Da heute nur 4 Gäste da sind, sind wir zu viert in einem 4er Zimmer untergebracht mit privater Dusche und Klo 🙂 
  • Ronny und Andi, der Hüttenwirt und Sohn, erzählen, sie haben heute erst die Sommersaison eröffnet – wir sind die ersten Gäste!
  • Trotzdem meinen auch sie, so viel Schnee läge normalerweise um diese Jahreszeit nicht mehr – Andi zeigt uns auf der Webcam Aufnahmen vom 5.Juni der letzten Jahre und ja -eindeutig, so viel Schnee war schon lange nicht mehr (siehe https://www.skihuette-zams.at/skihuette/webcam)
  • Ronny meint, der Weg hinüber nach Wenns sollte schon machbar sein – bis auf ein paar Schneefelder auf dem Nordhang sollte auch nicht viel Schnee liegen.
  • Er zeigt sich von unserer Aktion beeindruckt und erzählt, er habe noch nie gehört, dass jemand am E5 mehrere Monate verbrachte, die meisten E5-Wanderer machen die Strecke über die Alpen, die in 6 bis maximal 10 Tagen bewältigbar ist. 
  • Wir unterhalten uns auch mit den zwei anderen Gästen: Zwei Leute aus Kiel, die “Aktivurlaub” machen und sich kurzerhand für den E5 entschieden haben, obwohl sie noch nicht viel Wandererfahrung zu verzeichnen haben. 
  • Wenigstens Schafkopf bringen wir ihnen kurzerhand bei und genießen dann einen sehr gemütlichen Abend mit lustigen Spielen, herrlichem Panorama, schönen Gesprächen, viel Gelächter, dem ein oder anderen Gläschen Schnaps zur Feier des Tages und insgesamt ist es sehr gesellig und gemütlich. 

Donnerstag, 6. Juni 

Panoramaweg und neue Wanderpläne

  • Gemütliches Frühstück zu späterer Stunde, was Johanna, die es herrichtet, auch entgegenkommt und dann verlassen uns die Kieler, die direkt nach Meran fahren (wo das Wetter besser ist und die Schneelage nicht mehr ganz so kritisch). 
  • Andi, Johanna und Ronny haben gestern erzählt, sie schupfen die Hütte zu dritt – auch in der Hochsaison und erstaunlicherweise haben sie (trotz des Namens “Skihütte”) die meisten Gäste im Sommer – Wanderer auf dem E5. 
  • Wir beschließen die Querung nach Wenns anzugehen und machen uns auf zum Krahberg, der auf knapp 2200m liegt.
  • Über ein, zwei Schneefelder am Nordhang müssen wir schon, aber es ist gut machbar und wir erreichen den Gipfel, auf dem uns ein herrliches Bergpanorama in alle Richtungen erwartet. 
  • Von hier aus starten auch gerade Gleitschirmflieger – es ist toll anzuschauen und wir machen Pause am Bankerl, um uns die Starts in aller Ruhe ansehen zu können.
  • Einmal verläuft ein Start nicht ganz so reibungslos und jemand schreit laut “Stopp, stopp” – kurzer Adrenalinkick, doch dann ist die Lage auch schon wieder schnell im Griff.
  • Über einen herrlichen, schneefreien Weg mit Wahnsinns-Panorama geht es zur Gogles Alm, die erfreulicherweise offen hat und wo wir uns Kaffee und Radler (wilde Mischung) und eine Pause gönnen. 
  • Weiter geht’s auf sehr aussichtsreichen Wegen über die Galflur Alm, die leider “vorübergehend” geschlossen ist, wie Google uns mitteilt, bis hin zur Lachner Alm, wo wir gleich wieder einkehren, da wir mittlerweile Hunger bekommen haben und zudem Zeit haben.
  • Hier sind wir im Gegensatz zur Gogles Alm, zu der man mit dem Auto kommt, die einzigen Gäste und die Wirtin ist mega lieb und umsorgt uns. 
  • Wir können ja aufgrund der Schneelage ein paar Etappen des “klassischen” E5s über die Alpen nicht gehen und haben darum geschaut, ob später im Sommer noch Plätze auf den “Schlüsselhütten” sind (nämlich Memminger Hütte und Braunschweiger Hütte, um die man nicht drumrumkommt) – und wie der Zufall es so will, entdecken wir beim Nachschauen während unserer Pause auf der Lachner Alm genau noch 2 Slots bei beiden in perfektem Abstand zueinander! Wir können unser Glück kaum fassen und buchen sofort die Plätze hier und jetzt mit 5G auf der Lachner Alm mit herrlichem Panorama – nice! 
  • Gestärkt und beschwingt von den neuen Wanderplänen und insbesondere unseren E5-Revanche-Plänen geht es also an den Abstieg über den alten Almweg, vorbei an vielen Kühen und hinein in den Ort Wenns am Eingang des Pitztals. 
  • Im Hotel Weiratherhof werden wir schon von unseren voll lieben Hosts empfangen, beziehen das Zimmer, duschen und haben ein Talking Hands Meeting, bevor wir auch schon ins Bett fallen.

Freitag, 7. Juni 

Auf durchs Pitztal

  • Gemütliches Frühstück again “zusammen” mit einer riesigen Bikergang, die aber schneller als wir in die Gänge kommt (badum-tss) und schon losstartet, da nehmen wir uns gerade die dritte Portion vom tollen Frühstücksbuffet.
  • Gestärkt ziehen wir los, nachdem wir uns noch kurz mit unseren Hosts unterhalten haben über den E5 und wie jetzt noch überall Schnee liegt und einigen uns auf “Tja, es sind die Berge, man muss es nehmen, wie’s ist.” 
  • Ab ins Tal führen uns kleine Sträßchen, bis wir auf einen Schotterweg zur Pitze kommen – allerdings nicht ohne uns vorher dreimal zu verlaufen und am Ende vor einem Schild “Weg gesperrt” zu stehen.
  • Als wir wenig später auf der anderen Seite entlang gehen, sehen wir, warum – über einen der reißenden Bäche ist keine Brücke gelegt – ah, gut dass wir auf dieser Seite sind, denken wir uns.
  • Wir können den mächtigen Stubai Wasserfall bewundern, der dank Schneeschmelze noch beeindruckender ist.
  • Außerdem sehen wir viele Haflinger Pferde, einige davon auch mit Fohlen – nicht zu verwechseln (wie ich es ständig tue) mit den kleinen Ponys, von denen wir auch ein Fohlen sehen (das ist einfach klein, dick und flauschig <3). 
  • Der Weg ins Pitztal hinein, um das sich mehrere 3000er erheben, ist schon beeindruckend und bietet wieder einmal tolle Aussichten auf die schneebedeckten Gipfel.
  • Das eindeutig schönste Stück ist jedoch die Kitzgarten-Schlucht, eine tief in den Fels eingeschnittenen Schlucht mit links und rechts senkrecht aufragenden Felsen und in der Mitte die wild durchrauschende Pitze – sehr beeindruckend zum Durchwandern.
  • Die Strecke ist lange, doch letztendlich erreichen wir Köfles, wo Mama und Papa ein Appartement für uns vier reserviert haben, das wir sogleich beziehen. 
  • Als wir in Ruhe geduscht haben, treffen langsam Mama und Papa ein und finden wie wir das Appartment nicht gleich auf Anhieb (es ist etwas versteckt).
  • Die Mama kocht leckeren Spargel mit Salat und Kichererbsen – ur lecker. 
  • Quatschen, Abend ausklingen lassen und dann ab ins Bett, denn morgen geht es früh schon wieder los. 

Samstag, 8. Juni 

Murmeltiere und Schneefelder

  • 7 Uhr Frühstück heißt es, denn um 9 Uhr wollen wir aufbrechen (und wir heißen “Bieber”, brauchen also bekanntlich Zeit zum ausführlich Frühstücken). 
  • Papa hat Sachertorte gebacken und die lassen wir uns alle schmecken mit leckeren Broten mit selbstgemachter Erdbeermarmelade. 
  • Einpacken, fertig machen und tatsächlich kommen wir um 9 Uhr ca. los.
  • Zuerst einmal spazieren wir durchs harmlose Tal.
  • “Schaut’s, da ist es eh voll schön”, meint der Papa ständig – schon nervös vorm bevorstehenden Anstieg: “Da müssen wir gar nicht den Berg hinauf gehen.”
  • Bis nach Mittelberg folgen wir dem Schotterweg entlang der Pitze und dort beginnt dann der Anstieg Richtung Braunschweiger Hütte. 
  • Gleich beim Start liegt die Gletscherstube, wo wir einkehren und uns ein Mittagessen gönnen, während wir uns das Wanderkino anschauen. 
  • Dabei können wir beobachten, wie Wanderer entschlossen bis zu einer nahegelegenen Weggabelung, auf der ein Bagger steht, gehen, dort unentschlossen herumstehen und sich alle Wege genauer anschauen, und meistens zum Schluss doch umkehren.
  • Ein paar Waghalsige steigen beim Jägersteig  auf (der als schwarzer Wanderweg und trittsicher etc. ausgeschildert ist und wo, das sehen wir von hier aus – noch so einige steile Schneefelder zu sehen sind) – na servas! 
  • Wir spazieren die Notpiste hinauf, wobei wir bei 2000m beginnen Schneefelder zu queren, Gott sei Dank nicht so arg steile, bis der Jägersteig in den nun zum Wanderweg übergegangenen Weg mündet und die Schneefelder auf ca. 2400m steiler werden.
  • “Nicht weiter”, beschließt Papa und ruft gleich den Braunschweiger Hüttenwirt an, um ihm abzusagen und grantig zu werden, da dieser Mama und Papa trotzdem den gesamten Hüttenpreis verrechnen will (Matthäus und ich haben aufgrund der Schneelage die Hütte schon rechtzeitig storniert, so dass wir nur eine Gebühr von 10% zahlen mussten). 
  • Inzwischen rennt ein Tiroler mit Tübinger im Schlepptau an uns vorbei, der sagt: “Tja, der Jägersteig war nicht ohne!” 
  • Kurz darauf sehen wir zwei Wanderer vom Jägersteig kommend, die so fertig ausschauen, dass wir uns denken: “Ja, der war wohl nicht ohne!” 
  • Am Weg hinunter werden wir doch noch für die nicht einmal so kurze Wanderung bewohnt und sehen einige Murmeltiere 🙂
  • Außerdem sehen wir einen jungen Steinbock (oder das ist zumindest was wir glauben dass es ist).
  • Von Mittelberg aus nehmen wir den Bus nach Köfles und fahren mit dem Auto zum Haus Marinus, wo wir kurzerhand für heute Nacht Zimmer reservieren.
  • Das Belgische Paar, das das Haus als Gästehaus betreibt, nimmt uns herzlich in Empfang, was die Stimmung ein bisschen hebt.
  • Zum Abendessen empfiehlt uns der Belgier den Fischteich, der “nur 10 Minuten zu Fuß weg liegt”. 
  • Nach 1/2h erreichen wir das Restaurant dann auch schon.
  • Ur urig und ein bisschen im letzten Jahrhundert stuck. 
  • Es gibt tatsächlich, wie der Name verspricht, super leckeren Fisch, den wir uns gönnen und wir plaudern ein bisschen mit dem Wirt, der uns erzählt: “Das Geld bringt zur Zeit eh nur der Campingplatz und hauptsächlich Deutsche und Niederländer ein.” 

Sonntag, 9. Juni 

Herz Jesu Sonntag, Steinböcke und Bouldersession

  • Frühe Tagwache heißt es, denn wir möchten die Herz-Jesu-Sonntag-Messe in St. Leonhard besuchen – was es damit genau auf sich hat, weiß ich nicht, aber es hat mit dem Tiroler Freiheitskampf, Andreas Hofer und viel Nationalstolz zu tun und daher kann man sagen, wir verweilen noch ein bisschen im letzten Jahrhundert.
  • Die ganze Veranstaltung dauert ca. 2 Stunden und besteht aus einer Messe, gefolgt von einer Prozession durch den ganzen Ort (der Gott sei Dank nicht so groß ist), wofür die Feuerwehr die Hauptstraße durchs Pitztal abgesperrt hat und es fühlt sich wirklich an wie eine Zeitreise und ein Kulturschock in einem – es werden sogar Gewehre und eine Kanone abgefeuert – ein Erlebnis! 
  • Anschließend gehen Mama und Papa im angrenzenden Gemeindezentrum wählen, bevor wir uns auf den Weg hinauf ins Steinbockzentrum machen. 
  • Das Gebäude an sich ist schon interessant: “Ah,” meint die Mama, “da ham sie diesen roten Beton verwendet.”
  • Zuerst geht man durchs Museum, wo man unter anderem erfährt, dass Steinböcke in den Alpen schon fast ausgestorben waren, bis auf eine Kolonie in Norditalien, von denen jetzt alle abstammen, was gentechnisch natürlich nicht ideal ist. 
  • Dann geht man hinaus durchs Gehege, zuerst an den Murmeltieren vorbei, die natürlich alle ausgebüchst sind und jetzt irgendwo herumrennen.
  • Schließlich kommt man zu den Steinböcken, die man in aller Ruhe und sehr gut beobachten kann – mega!
  • Es gibt auch ganz viele junge Steinböcke (so einen haben wir gestern in freier Wildbahn gesehen! Jetzt sind wir uns sicher) – wow!
  • Wir genießen den Anblick der anmutigen Wesen eine Weile, bevor es ab ins Auto geht und heißt: “Ciao, Mama und Papa”, da die zwei uns in Imst beim Kletterzentrum abladen, wo ich dank Pitztalkarte eine gratis Klettersession einlege.
  • Voll außer Training bin ich nach einer Stunde bouldern voll meier. 
  • Mit dem Zug erreichen wir Innsbruck, wo wir dankbar sind, denn wir können bei Lisa und Andi unterkommen. 
  • Lisa ist schon von ihrer Weiterbildung, die sie heute hatte, retour und es ist ur schön, sie wieder zu sehen.
  • Wir verbringen einen tollen Abend mit von Lisa selbst gemachten Spinatnockerln, viel quatschen und einer Runde Phase 10 spielen – mega! 

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