
Von Innsbruck
zum Lochbauer
Montag, 10. Juni

Über den Brenner über die Alpen
- Ab Innsbruck fahren wir heute mit Bus und Bahn über den Brenner, Bozen und Meran nach Moos, das ganz hinten im Passeiertal liegt.

- Andi kennt das Passeiertal sogar vom Segelfliegen. 🙂
- Die ÖBB-App schlagt uns beinhart vor, über das Timmelsjoch mit dem Bus zu fahren – also schauen wir noch einmal nach: Auf der Timmelsjoch-Webseite steht es schwarz auf weiß, dass sie sicher nicht vor dem 12./ 13. Juni für den Verkehr öffnen – Scherzkeks App.
- Die Reise verläuft unspektakulär, außer dass wir am Brenner vom Zug aus gemütlich einen sau langen LKW-Stau auf der Autobahn beobachten können.



- Das Wetter ist richtig schlecht heute, was uns froh macht, im Zug zu sitzen.
- Überraschend ist, wie voll der Bus hinter ins Passeiertal ist – total überfüllt, so dass sogar einige Leute stehen müssen (obwohl es so ein Reisebus ist).
- Bis Moos hat er sich dann aber weitestgehend geleert.
- Das Hotel für heute Nacht liegt direkt neben der Busstation – so erreich ich aber mein Ziel (von mittlerweile 17.000 Schritten am Tag) nicht!

- Abendessen gönnen wir uns im Hotel – das erste Essen in Italien und was ess ich? Schnitzel!
- Aber das ist ok, meint Matthäus, wir sind in Südtirol und am Weg hierher sind wir an mehr als einem Haus behängt mit Österreich Fahne vorbeigekommen, das für “Südtirol gehört zu Tirol” plädiert hat.
- Davon kann man halten, was man will, aber auf jeden Fall: Gute Nacht!
Dienstag, 11. Juni


Passeierschlucht
- Juhu, wieder ohne Anführungszeichen!
- Wir genießen das Hotelfrühstück, während wir erste Wanderer mit großen Rucksäcken sehen, die – denken wir uns – vielleicht auch den E5 gehen, das wär cool – so viele andere Wanderer haben wir ja noch nicht getroffen am Weg.



- Zunächst einmal steigen wir ab zur Passeierschlucht, durch die ein wunderschön gestalteter Wanderweg führt, der uns sofort begeistert.
















- Hier sind auch einige Wanderer unterwegs, kein Wunder, der Weg ist wirklich toll gestaltet mit einigen Brücken und Wegen, durch die man hinunter zum Wasser schauen kann – das wär nix für den Papa.




- Bald erreichen wir St. Leonhard im Passeiertal, wo wir zunächst einmal in ein Café einkehren und uns einen Kaffee und Cola gönnen – nice. 🙂

- Einkaufen im DeSpar und auf zum Aufstieg zur Pfandler Alm, der super kurz aber dafür auch super steil ist.




- In einer schönen Almwiese machen wir Pause, in der wir uns eine Gurke und die übrigen Pommes von gestern gönnen – njam!

- Die letzten Kehren abkürzend erreichen wir die Pfandler Alm, die wirklich urgemütlich ist und wo wir gleich herzlich begrüßt werden.

- Wir gönnen (das Thema des Tages) uns ein Ankomm-Bier, planen die Etappe für morgen, beziehen unsere Zimmer, duschen, chillen in der Gaststube und sind froh darüber, drinnen zu sein, denn draußen hat es begonnen zu regnen.


- Wieder hören wir die Worte: “Ihr seid die ersten E5-Wanderer heuer.”
Mittwoch, 12. Juni


Zum Fuße des Hirzers…
- Gestern Abend sind witzigerweise noch Sophie und Krus eingetroffen, die zwei Wanderer, die wir urfertig nach dem Aufstieg über den Jägersteig zur Braunschweiger Hütte getroffen haben – so sieht man sich wieder!
- Die zwei erzählen, sie seien zur Braunschweiger Hütte aufgestiegen und dann sogar nach Zwieselstein auf der anderen Seite wieder abgestiegen über viel Schnee und durchs Skigebiet – ein ordentliches Unterfangen.
- Sie erzählen, dass sie zuvor im Winterraum der Kemptner Hütte untergekommen sind, nachdem sie mehrere Schneefelder queren mussten und sich durch den hohen Schnee gekämpft haben und sau dreckig waren – gleich am ersten Tag ihres E5 Abenteuers.
- Ihr Ziel ist Meran und nun haben sie das lawinengefährdete Timmelsjoch umfahren, um hier weiterzugehen – das kennen wir gut – nice!
- Nach ausgedehntem Frühstück und einem regen Austausch brechen wir auf, direkt am Rotwildgehege der Familie Haller vorbei und auf den steilen Aufstieg hinauf zum Hirzer.

- Immer wieder haben wir traumhafte Aussichten ins Passeiertal, vor allem als wir bei ca. 1900m die Höhenlinie entlang eines Höhenweges entlanggehen.










- Zu den Klängen von Harry Potter 6 erreichen wir die Hinteggeralm, wo wir einkehren und uns ein leckeres Mittagessen gönnen.



- Auf zur letzten halben Stunde zur Hirzerhütte, die wir entspannt am frühen Nachmittag erreichen.

- Powernap, dann leckeres Abendessen in der Gaststube, scheitern an sehr schweren Rätseln und dann können wir live zuschauen, wie der Wanderweg eingeschneit wird.



- Wir besprechen also die Pläne für morgen: Unser ursprünglicher Weg hätte über den Hirzer geführt, der allerdings nicht zu unterschätzen ist und offensichtlich ja gerade eingeschneit wird: Daher empfiehlt uns die Hüttenwirtin rundherum zu gehen: Auch die Oswaldscharte ist zugeschneit, daher meint sie wir sollten lieber die tiefer gelegene Umgehung nehmen, die geht auf jeden Fall schon – passt, dann machen wir das so!
- Faszinierenderweise sehen wir die Schneegrenze live vor Augen: Bei uns regnet es noch und weiter oben am Hirzer beobachten wir, wie dicke Schneeflocken hinunterfallen!

- Bisschen schreiben, plaudern und zum Schluss eine Zirbe – gute Nacht. 🙂
Donnerstag, 13. Juni


Wandern durchs Skigebiet Meran2000
- Frühstück wieder gemütlich mit Sophie und Krus und los geht’s.



- Entlang am Taser Höhenweg führt unser Weg über Kuhweiden, entlang grasender und schauender Kühe.
- Immer begleitet uns eine wundervolle Aussicht, die sich auf unserer rechten Seite erstreckt.







- Hier gibt es einige 3000er, die mit dem frischen Schnee, der über Nacht dazugekommen ist, wirklich toll ausschauen – ich bin begeistert!
- Bald schon gelangen wir zum Videgg, wo wir sogleich bei der ersten Möglichkeit einkehren: dem Hiaslbauern, wo wir voll gute Ingwer-Zitronen Limonade trinken – njam.

- Kurz darauf kommen wir zur nächsten Einkehrmöglichkeit, wo wir mit Erschrecken feststellen, dass uns beim Konsum das Bargeld ausgeht – doch bei unserem unverschämten Glück kann man ausgerechnet hier mit Karte zahlen – nice – wie wir dann die Meraner Hütte bezahlen, darüber machen wir uns später Gedanken!








- Hier gibt’s super leckere Brennnessel-, Löwenzahn- und Kräuter-Knödel mit Salat aus Bergkräutern, die ich schon neben dem Weg wachsen gesehen habe – wow!

- Weiter geht es durch den Wald, wobei uns einige Leute entgegenkommen und wir finden bald heraus, woher: Hier fährt eine Seilbahn hinauf.





- Am Weg finden wir zufällig eine Packung Taschentücher – perfekt uns sind sie gerade ausgegangen und mit einem 100er Pack herumrennen ist auch nicht so praktisch 🙂




- Denn wir befinden uns nun im Skigebiet Meran2000, wo wir auf teils sehr steilen Wegen aufsteigen auf knapp… 2000m.
- Oben ist es flach und über Schotterstraßen erreichen wir die Meraner Hütte.





- Es dauert eine Weile, bis Norbert, der Wirt, uns hört – er hat schließlich einen Mittagsschlaf gemacht.



- Quatschen mit anderen Wanderern, die die Hufeisentour machen, auch ein toller Fernwanderweg, wie es klingt.
- Sophie und Krus treffen später auch ein, gemeinsames Abendessen und gemütlicher Abendausklang in der Gaststube.
Freitag, 14. Juni


Stoanerne Manderln, Jacuzzi und Pizza
- Sehr langsamer Aufbruch, da wir auf Vivian warten, die heute zu uns stoßen möchte. 😀
- Das Wochenende planen wir nämlich mit Vivian und Farzam gemeinsam zu verbringen und daher möchte Vivian die heutige Etappe schon mit uns wandern.
- Die beiden haben nachgeschaut, wie man am besten zur Meraner Hütte kommt und sich tatsächlich überlegt, der beste Weg ist mit dem Auto! (auf die 2000m hohe gelegene Meraner Hütte!)
- Nach einer Weile und einem kurzen Telefonat siegt die Vernunft und Vivian beschließt doch: “Seilbahn it is” und kommt nach einer Weile bei uns an.

- Wir freuen uns sehr – es ist super schön, dass Vivian auf dieser 100er Jubiläums Etappe mit dabei ist.
- Zuerst einmal schießen wir ein Starterselfie.
- Der Weg führt, obwohl es heute großteils bergab geht, zunächst einmal bergauf zum Gipfel eines Berges, der knapp über 2000m Höhe hat und wo die Leute, die wir beim Norbert getroffen haben, uns entgegenkommen, weil sie aufgrund des Nebels lieber umgekehrt sind.





- Wir trotzen dem schlechten Wetter und drehen die Runde zu den stoanernen Manderln, die ursprünglich – wie Norbert erzählt hat – von Hirten errichtet wurden, die die Steine von der Weide einsammelten und so aus dem Weg schafften.

- Es ist wunderschön mit dem Nebel, wie die stoanernen Manderln aus dem Nebel nach und nach auftauchen.
- Nicht mehr so wunderschön finden wir den Nebel, als nach und nach auch noch Kühe teilweise direkt vor uns auftauchen!
- Beim Möltner Kaser am Weg kehren wir ein und genießen selbstgemachtes Latella.


- Weiter geht’s und bald schon erreichen wir über Schotterwege den Lochbauer, eine wirklich schöne Unterkunft, wo uns Vivian und Farzam zur Hochzeit ein gemeinsames Wochenende geschenkt haben.

- Farzam erwartet uns – allerdings schaut er sehr groggy aus und meint auch, dass er etwas krank ist.
- Außerdem erwarten uns im Appartement liebe Katzen, die Matthäus gleich streichelt.

- Ab in die Sauna 🙂 und in den Jacuzzi – mega nice und dann gemeinsames Pizzaessen, obwohl Farzam nach der Sauna total erledigt ist und sich wirklich nicht fit aussehend ins Bett legt.
- Vivian fährt uns in den kleinen, nahen Ort mit dem Fiat Panda hinunter, obwohl die Strecke über sehr kleine, steile Sträßchen recht abenteuerlich ist.
- Leckere italienische Pizza genießen und ab ins Bett – ein sehr schöner Abend!





