Flug in die USA

Auf gehts in die USA!

Donnerstag, 28.September

An dem wir -danke, Lufthansa- Geld mit Fliegen „verdienen“

  • Es ist 4 Uhr früh, als unser Wecker läutet, und 5h als wir mit der Münchner S-Bahn Richtung Pasing starten, von wo aus unser ExpressRail „Flug“ startet – in der Form eines ICE, der uns zum Frankfurter Flughafen bringt
  • Die Verbindung, die uns Lufthansa buchen hat lassen (ab Augsburg), schaut folgendermaßen aus:
  • Schon beim Buchen denken wir uns, „Ui, das wird knapp, aber wenn sie meinen“, vor allem weil man das Gepäck bis mindestens eine Stunde vor Abflug abgeben kann und wir ziemlich genau eine Stunde vor geplantem Abflug mit dem Zug überhaupt erst am Flughafen ankommen
  • Rosi, mit der ich am Vorabend telefoniert habe, hat ungläubig nachgefragt: „Mit der deutschen Bahn fahrt ihr da?!“ Und das fasst die ganze Lage sehr gut zusammen- unser ICE hat selbstverständlich aufgrund einer Signalstörung und weil -laut Durchsage des Schaffners- „unser Lokführer eine technische Störung hat, die noch behoben werden muss“ eine Verspätung und kommt statt um 9:09 um 09:49 an, was bedeutet, dass es aussichtslos ist, unseren Flug um 10:10 nach Dallas zu erwischen
  • Das sieht der Typ am Lufthansa Schalter genauso und während wir in einem richtig schön entspannten Wartebereich warten, bekommen wir auch schon die Email mit der Umbuchung auf den selben Flug nach Dallas am nächsten Tag
  • Im Lufthansa Service Bereich treffen wir ein Paar, dem es genauso ergangen ist wie uns – sie haben dank Zugverspätung ihren Anschlussflug nach San Francisco verpasst und fliegen dorthin auf eine Hochzeit, allerdings ist diese schon am Freitag
  • Es fällt uns auf, dass Julian geschrieben hat, dass er am Freitag um 13:04 in Dallas landet – verdächtigerweise genau zu der gleichen Zeit, zu der unser Flug ankommt, also schreiben wir ihm, mit welchem Flug er kommt – und siehe da, tatsächlich kommt er mit genau dem gleichen Flug an, auf den wir umgebucht wurden
  • Große Freude herrscht, das hat sich ja jetzt super ergeben und unglaublicherweise ist Julian, gerade als wir ihm schreiben, dabei, für den Flug einzuchecken – wir koordinieren unsere Efforts und schwupps sitzen wir in der gleichen Reihe – MEGA!
  • In der Zwischenzeit sitzen wir also am schönen Frankfurter Flughafen fest, wo uns die Lufthansa auch gleich ein Hotel vorschlägt, in dem wir ein Zimmer buchen und zu dem wir uns gleich per Shuttle Service aufmachen und wo wir dann erst einmal in der Lobby chillen, bis unser Zimmer fertig ist
  • Der Fernseher läuft und als ich die Dame von der Rezeption frage, ob man ihn abdrehen kann, kommt sie und nachdem sie sich 2 Minuten erfolglos mit der Fernbedienung bemüht hat, etwas am Status quo zu verändern, macht sie genau das, was ich auch gemacht hätte, sie zieht brute force den Stecker raus
  • Wir beschließen, unseren gewonnenen Tag zum Planen und Flüge Buchen zu nutzen und haben bald schon effizient einen ganzen USA Rundtrip organisiert – das wird mega! Mietautos und Flüge sind gebucht und dazwischen lassen wir Flexibilität, die wir ja dank Mietautos, Zelt und Schlafsäcken haben sollten
  • Nach einem Powernap machen wir uns auf und gehen eine Runde laufen, an einem Flugzeugdenkmal und einem Aussichtspunkt vorbei in ein direkt am Flughafen gelegenes Naherholungsgebiet, von dem aus wir Flugzeuge im Landeanflug beobachten können, was dazu führt, dass unser Schnitt total im Eimer ist – trotzdem bin ich begeistert, wie Julian am nächsten Tag sagt: „Sobald ich ein Flugzeug sehe, fühl‘ ich mich wieder wie ein Kind“ – genau das
  • Zurück geht’s zum Hotel, wo wir von der Lufthansa auf ein Abendessen eingeladen sind, welches wir uns schmecken lassen, bevor wir im Zimmer noch bisschen Orga-Session machen und dann auch schon schlafen gehen – gute Nacht!

Freitag, 29.September

Die Österreicher-Lufthansa-Crew und Hochzeits-Champagner

  • Next try: auf geht’s zum Flughafen, Gepäck einchecken und ab in die unerwartet lange Sicherheitsschlange, die dazu führt, dass wir sogar nach Julian (der schon Stress gehabt hat, dass es knapp wird mit seinem Flugzeug aus München, das erst um 9h gelandet ist) beim Gate ankommen – aber immerhin noch vor dem Boarding
  • Wir stellen uns heute irgendwie nicht besonders clever an und während Matthäus wie ein kopfloses Henderl am Flughafen hin und her rennt, renn ich wie ein Schaf ohne Nachdenken hinterher -naja, letztendlich finden wir das Gate
  • Julian empfängt uns mit (höchst unzufriedenstellendem) Sekt und (unerwartet gutem) Gin Tonic aus dem Duty Free Shop, die wir beide gleich am Gate vernichten
  • Wir steigen also ins Flugzeug ein und beziehen unsere drei Plätze nebeneinander (ich am Fenster, Matthäus in der Mitte, Julian am Gang), was wirklich super leiwand ist
  • Es geht los – nach einer Durststrecke kommt der Getränkeservice vorbei und es gibt Essen
  • Julian findet das Motto für den Blog:
  • Der Bildschirm, der uns anzeigen soll, wo wir gerade sind und sonstige Flugdaten, lässt uns heute im Stich, was einen Typen zwei Reihen vor uns nicht davon abhält, ihn ca. 4h lang laden zu lassen, das schaut dann folgendermaßen aus:
  • Der Julian hat die großartige Idee, dass jeder, der aufs Klo geht, drei Bier mitbringen muss von der Galley hinten – was dazu führt, dass wir ständig aufs Klos müssen, was dazu führt….
  • Die Stimmung ist gut
  • Auf halben Flug kommen Julian und ich unvermeidlich beim erneuten Bierholen mit der Crew ins Gespräch und stellen fest, dass die Hälfte der Crew aus halben bis ganzen Österreichern besteht  – wir verstehen uns natürlich super und als wir erzählen, dass wir gemeinsam im Sacre-Coeur waren, meint der eine Steward: „Ah, gleich beim Rennweg“
  • Wir erzählen weiter, dass wir zur Hochzeit von einem Freund unterwegs sind und kurz darauf verschwindet eine der Stewardessen nach vorne in die Business Class und kommt kurz darauf mit einer Flasche Champagner für das Hochzeitspaar zurück
  • Kurz sind wir verlockt, gleich auf das Hochzeitspaar damit anzustoßen, beschließen dann aber, dass wir die Flasche erst mit Julia und Michi aufmachen dürfen und Julian packt sie in seine geräumige Handgepäcktasche
  • Wir kommen pünktlich in Dallas an, beziehen unser Hotel (SOVA), das sau kleine Zimmer hat, sodass man, wenn man durch die Tür kommt, sozusagen sofort ins Bett fällt, und keine Fenster in den Zimmern, weil sich irgendwer überlegt hat, dass es eine großartige Idee ist, alle Gänge außen um die Zimmer herum zu legen, sodass man am Gang Tageslicht hat, im Zimmer aber leider nicht
  • Sofort finden wir heraus, dass Deep Ellum, ein künstlerisches, bisschen heruntergekommenes, aber gleichzeitig sehr charmantes Viertel, direkt „um die Ecke“ liegt und machen uns sogleich auf den Weg dorthin
  • Unser Uber-Fahrer erklärt uns, dass der Name Deep Ellum dadurch entstanden ist, dass in dem Viertel ganz viele Music Venues sind und wenn Leute hergekommen sind, die gefragt haben, wo denn die Musik spielen würde, erklärten ihnen die Einheimischen „You just need to go deep on Elm“ (Elm Street ist eine der Straßen, die durch die Hauptachse von Dallas Downtown laufen und deep spezifiziert in welche Richtung man dieser folgen muss – zu den tieferen Zahlen)
  • Den Weg, den wir nach Deep Ellum zurücklegen, werden wir in den nächsten Tagen sehr oft gehen und wir finden auch schon unsere Wegpunkte
    • 1. Der rote Bärli – eine Statue eines roten Bären, der direkt vor unserem Hotel auf einer Kreuzung sitzt2. Der crazy Fußgängerübergang – ein Fußgängerübergang, der über eine mehrspurige Straße führt, ohne Zebrastreifen, Ampel und nichts und praktischerweise direkt hinter einer Kurve liegt, so dass man nicht recht sieht, ob und was auf einen zukommt
    • 3. Das zurückgelassene Fahrrad – eine Art OV Fiets, das unter der riesigen Autobahnbrücke in einem umzäunten Bereich abgestellt wurde und dort seither verlassen steht
  • Manche der Fußgängerübergänge liegen -zu unserer Beruhigung – an Ampeln, wo es Knöpfe gibt, die – wenn man sie drückt- als Folge haben, dass eine laute, fast schon militärische Stimme einem befiehlt „Wait!“ -völlig unabhängig davon, ob es grün ist oder nicht
  • In Deep Ellum schauen wir kurz in ein second hand Kleidungsgeschäft, bevor wir uns in eine Rooftop Bar chillen, wo wir einen Welcome Margarita trinken
  • Wir führen wieder „Buffalo“ ein (und wer nicht weiß, wie das geht oder was es ist, fragt besser nicht nach), was dazu führt, dass Julian nur um ein Haar dem Schicksal entkommt, seinen Frozen Margarita gleich nach Bestellung exen zu müssen
  • Nach einem kurzen Stopp im Hotel geht es los zu einem asiatischen Lokal, wo wir uns Essen organisieren, bevor wir uns aufmachen zu „The Factory“, wo wir Tickets haben für ein Konzert der britischen Rockband „Nothing But Thieves“
  • Witzigerweise hat Julian uns gestern erzählt, dass er zu dem Konzert geht, und ich war Feuer und Flamme, da ich die Band auch sehr gerne höre – also haben wir nicht gezögert, Tickets zu besorgen
  • Ich habe natürlich keinen Ausweis und nichts mit und bekomme daher statt dem grünen Banderl ein fettes schwarzes X auf meine Hand
  • Trotzdem organisieren Matthäus und Julian Bier, das ich dann total illegalerweise trinke – so wässrig wie das Bier ist, würde ich aber sagen, es war halb legal
  • Das Konzert ist sau leiwand, trotz Jetlag und kleiner Müdigkeitsanfälle genießen wir es sehr
  • Danach sind wir allerdings wirklich fertig und ziehen ab ins Bett

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