Yellowstone

Yellowstone Nationalpark

Sonntag, 8.10.

Chevy Schüssel is back!

  • ab vom bisschen heruntergekommenen, aber dafür billigen Airporthotel zur Autovermietung: es ist immer irgendetwas, diesmal akzeptieren sie mich nicht als Driver, da mein Führerschein nicht aus dem gleichen Land wie der Pass ist (Schweiz und Österreich): da fragt er mich noch ob ich nicht auch einen Ö Führerschein hab, wie stellt er sich das bitte vor? somit wird jetzt einfach Matthäus als Fahrer eingetragen.
  • unser Mietauto ist übrigens die upgegradete Version der vorherigen Chevy Schüssel – immerhin ein Auto, das wir jetzt schon ein bisschen kennen, was ganz angenehm ist
  • Stopp beim Walmart, wo wir uns mit Wasser, von Simon inspiriert einer Gallone Eistee und Proviant für die nächsten Tage eindecken
  • weiter über Highways durch wunderschöne herbstliche Berg- und Hügellandschaften Richtung Norden, es kommt Roadtrip-Feeling vom Feinsten auf
  • hie und da durchquert die Straße kleine Örtchen, die faszinierend sind – viel weiter ausgebreitet als Österreichische Dörfer und immer mit einer Mormonenkirche in der Mitte
  • bei einer Kreuzung, wo wir abbiegen müssen, sehen wir auf der geradeaus führenden Straße einen riesigen Stau und fragen uns: Wie kann das sein, dass hier mitten in der Pampa so ein Stau ist? Beim genaueren Hinschauen sehen wir den Grund: Eine ganze Schafherde blockiert den gesamten Highway- das ist ein Anblick!
  • bald schon erreichen wir den Ort Jackson (?, nicht Mississippi), der den Beginn des Grand Teton National Park markiert, in den wir auch sogleich hineinfahren
  • der erste Stopp ist beim Visitor Center, wo wir uns mit einer Karte und Tipps für kurze Nachmittagswanderungen (es ist immerhin schon ca. 17 Uhr) eindecken
  • wir beschließen eine „kurze“ („It’s only 1.5 miles to the lake“, erzählt uns die Angestellte) Rundwanderung, die zu einem See führt, zu machen, da man von der aus auch sehr schöne Blicke auf die Bergkette der Tetons, die dem Nationalpark seinen Namen geben, haben soll
  • die Wanderung stellt sich als länger heraus als erwartet- am Schluss sind wir statt der erwarteten 5km ca. 8km unterwegs – aber sie hält in Punkto Aussicht und Schönheit alles, was sie verspricht – es ist wunderschön herbstlich und sehr malerisch: man hat nicht nur regelmäßig einen tollen Blick auf die Teton Bergkette, sondern sieht auch sich meilenweit erstreckende Wälder, die in herbstlichen Farben leuchten, vor sich
  • das ganze Flair ist sehr alpin, manchmal hat man auf den Wegen das Gefühl, man wäre in den Alpen unterwegs
  • der einzige Drawback: es gibt Bären im Nationalpark, vor denen auch fleißig gewarnt wird und die immer einen kleinen Grad Unentspanntheit zur Wanderung beifügen
  • kein Problem: ich befolge die Ratschläge der Tafeln und verhalte mich besonders laut
  • nun schon mit der abendlichen Stimmung und dem schönen Licht der untergehenden Sonne fahren wir die Teton Road weiter, um dann wieder die 89 North, den Highway, zurück nach Jackson zu loopen
  • auf dem Weg bleiben wir beim Oxbow Bend stehen, wo der Snake River eine Biegung macht, an der man angeblich in der Abenddämmerung sehr gut Tiere, die zum Trinken zum Fluss kommen, beobachten kann
  • das stellt sich als Gerücht heraus, außer einem Vogel, den ich für einen Kranich halte, wovon Matthäus nicht überzeugt ist, sehen wir kein einziges Tier
  • weiter geht es also im Dunkeln zurück durch den Park, wo man sehr vorsichtig fahren muss, da es sehr viel Wild gibt, hauptsächlich Wapitihirsche, die einem genau wie Rehe gerne vors Auto rennen
  • eine Tafel zeigt uns, dass in diesem Monat schon ein Bär, zwei Elche und drei Wapiti Hirsche (die interessanterweise auf Amerikanischen Englisch als „Elk“ bezeichnet werden) und vier Rehe von Autos angefahren wurden
  • über eine Passstraße gelangen wir ins Tal, in dem wir übernachten
  • die Leute hier sind bekanntlich nicht die größten Fans von Kurven, beziehungsweise haben beim Autofahren irrationale Angst vor diesen und bremsen immer sehr übervorsichtig ab, daher macht das Fahren der Passstraße nur halb so viel Spaß
  • wir erreichen unsere Unterkunft, das Teton Valley Resort, um 20:45h – und erfahren von den sehr netten Rezeptionistinnen, dass das Hot Tub noch bis 21h geöffnet ist
  • daher lassen wir alles liegen und stehen, ziehen unser Badegwand an und springen ins Hot Tub, das sehr gemütlich warm ist und sogar Whirlpool Funktionen hat
  • wir haben es erstaunlicherweise ganz für uns und es ist wirlich mega unter dem tollen Sternenhimmel
  • gut gewärmt setzen wir uns mit unserem Abendessen vor unsere Dry Cabin, eine kleine, sehr gemütliche und urige Hütte (ohne Wasser, aber dafür mit riesigem Kühlschrank), um noch mehr Sternenhimmel zu bewundern, den man hier wieder sehr gut sieht, dank geringer Light Pollution

Montag, 9.10.

Entspannungstag

  • Wir haben beschlossen, wir brauchen nach der ganzen Aufregung der letzten Wochen auch einmal einen Entspannungstag, den wir zum Skypen mit Familie, für eine Talking Hands Session und im Hot Tub Einweichen nutzen
  • Außerdem erledigen wir ein paar organisatorische Dinge und planen unsere weitere Reise ein bisschen, unter anderem unseren Aufenthalt in den Orlando Universal Parks
  • Deren Preisgestaltung und -darstellung stellt sich als so unübersichtlich heraus, dass unsere sich nach Ordnung sehnenden Mathematikergene außer sich sind und wir beschließen, ein Excelsheet zum Vergleichen anzulegen: nach kurzer Überlegung meint Matthäus kopfschüttelnd: „Da brauchen wir ja eine mehrdimensionale Matrix aka Tensor“ – diesem Problem sind wir gewachsen und bald schon sind sämtliche Preiskombinationen auf dem Excel Sheet eingetragen und wir haben die günstigste Kombination aus Hotel und Parkeintritt herausgefunden
  • Übrigens sind im Gegensatz zu den Orlando Resorts die Antelope Canyon Tours Amateure in Punkto Geschäftstüchtigkeit – in den Parks zahlt man für alles und jeden: die Harry Potter World, die ich so gerne besichtigen möchte, ist zum Beispiel über zwei Parks aufgeteilt (das heißt man braucht zwei Eintrittstickets) und wenn man mit dem Hogwarts Express fahren möchte, braucht man erst recht ein extra Ticket (Park-to-Park), genauso wie man Early Access (dass man eine Stunde früher in die Parks darf, wenn es noch nicht so überlaufen ist) nur bekommt, wenn man in bestimmten Resort Hotels übernachtet – Matthäus ist not amused to say the least

Dienstag, 10.10.

Die Nilpferde des Yellowstone, Old Faithful und Lone Star

  • 4h Tagwache und nach einem Kaffee (YES!) und einem Müsli zum Frühstück geht es los Richtung Yellowstone Nationalpark
  • Der Weg führt uns durch den Grand Teton Nationalpark, von dem wir allerdings nicht viel sehen, da es noch dunkel ist, außer einigen Wapitis die beunruhigender-weise neben der Straße herumhängen
  • Pünktlich zum Sonnenaufgang passieren wir den Eingang in den Yellowstone Nationalpark
  • Die Sonne geht sehr schön über dem Yellowstone Lake auf, an dem wir kurz entlangfahren, was wirklich beindruckend ausschaut
  • Die Distanzen hier sind übrigens enorm: Ohne Auto ist man in diesem Nationalpark verloren und selbst dann braucht alles seine Zeit
  • Wieder einmal ist unser erster  Stopp das Visitor Center – diesmal um die Ausbruchzeiten der Geysire nachzuschauen
  • Wir haben nachgelesen, dass dieses um 8h aufmacht, was sich allerdings als falsch herausstellt – es öffnet erst um 9h
  • Zuerst sind wir kurz sekkiert, da es genau 8h ist als wir ankommen, das legt sich allerdings schnell als wir eine Runde um den Old Faithful, den großen Geyser, der direkt vor dem Visitor Center liegt drehen und dieser zufällig genau da ausbricht
  • Wow, das ist Timing! Es ist ein Spektakel: eine riesige Wasserfontäne bricht aus der Erde aus und sprüht Rauch und Wasser ca 2 Minuten lang in die Luft – ein natürlicher Springbrunnen mit kochendem Wasser sozusagen
  • Um das Bild perfekt zu machen, hängt auch noch ein grasender Bison direkt vor dem Geysir herum
  • Dieser zieht natürlich eine Schar Touristen an, die alle nicht die 23m Abstand halten, die man halten sollte, was wiederum einen Park Ranger herbeilockt, der dann vehemt ruft: „I need you to step away from that bison!“
  • Als das Visitor Center aufmacht, schauen wir hinein, um die weiteren Ausbruch Zeiten herauszufinden und sehen auf der Tafel, dass der Lone Star, den wir besichten wollen, gar nicht gelistet ist
  • Daher stelle ich mich in die Schlange, um danach zu fragen
  • Matthäus, der das Ganze beobachtet, meint nachher, es sei ein lustiger Kontrast gewesen, denn die Gruppe vor mir hat den Park Ranger gefragt, was man so an einem Tag im Yellowstone unternehmen könnte – eine sehr generische Frage-, während ich hingegangen bin und gefragt hab: „What are the expected times of the Lone Star erruptions?“ – eine sehr spezifische Frage
  • Wir bekommen eine Antwort, er erklärt uns, dass der Geysir alle drei Stunden ausbricht und zuletzt von einem Ausbruch gestern um 11am berichtet wurde
  • Auf der Ausbruch Tafel sehen wir, dass demnächst der Daisy Geysir ausbricht, der nicht weit von hier entfernt ist
  • Daher machen wir uns -durch eine Landschaft in der es von Geysiren nur so wimmelt (mehr als 50% des Gesamtbestands an Geysiren auf der Welt befinden sich hier)- auf zum Daisy Geysir, den wir pünktlich zum -wieder sehr beeindruckenden- Ausbruch erreichen
  • Zurück geht es vorbei an Geysiren, mit so klingenden und passenden Namen wie „Castle Geysir“, der wirklich ausschaut wie eine Burg, und heißen Quellen
  • Anschließend machen wir uns gleich auf den Weg zum Parkplatz „beim“ Lone Star Geysir, von wo aus man als 1.75 Meilen lang ausgeschilderte Wanderung zum Geysir machen kann – und rennen den Weg hin fast, um den 11h Ausbruch nicht zu verpassen
  • Es stellt sich wieder einmal heraus, dass der Weg länger als erwartet ist und der Geysir taucht erst nach ca 4km auf, trotzdem sind wir pünktlich um 11h da
  • Der Geysir macht seinem Namen alle Ehre, er ist völlig allein auf weiter Flur, mitten auf einer Waldlichtung
  • Das macht ihn nicht weniger beeindruckend –  ähnlich wie beim Castle Geysir steht ein hoher Turm aus dem Boden heraus und rund um den Geysir ist im Umkreis von ein paar Hundert Metern keinerlei Vegetation, stattdessen führen kleine Bäche weg, in denen das Wasser vom Ausbruch abfließt
  • Der Geyserausbruch startet weniger spektakulär, als die Ausbruche, die wir bisher gesehen haben und als erwartet: Er bubbelt vor sich hin und stößt hie und da eine kleine Wasserfontäne aus – aber die meiste Zeit warten wir vergeblich auf Action
  • Vorher haben wir gelesen, dass er für ca. 10minuten bis eine halbe Stunde ausbricht und jetzt wissen wir wie das gemeint ist, er braucht einfach ewig um in die Gänge zu kommen
  • Um 11:30 beginnt das Spektakel und um 12h denken wir, jetzt ist es vorbei, da er nur noch raucht
  • Es gibt ein Logbuch, in dem man genauere Daten vom Ausbruch eintragen kann und wir sehen, dass andere Leute ähnliche Ausbrüche erlebt haben („minor erruption“)
  • Wir tragen unseren Ausbruch ein und machen uns auf den Weg zurück zum Auto
  • Gerade als wir uns auf der Lichtung noch ein letztes Mal zum Geysir umdrehen, beginnt er auf einmal eine riesige Wasserfontäne in die Luft zu schießen – Are you kidding me?
  • Schnell rennen wir also wieder zurück und erleben doch noch eine „major erruption“, diesmal bricht eine Wasserfontäne heraus, ganz wie wir uns das vorgestellt haben – es ist ein Naturspektakel und wir haben es ganz für uns allein- natürlich ist sonst weit und breit kein Mensch (und Gott sei Dank auch kein Bär) zu sehen  
  • Zufrieden spazieren wir also mit aller Ruhe retour und stellen fest, dass die Wanderung an sich schon sehr schön ist
  • Vorbei an einem Fluss und durch einen Wald führt der Weg und zeigt uns den Park wieder in seinen prächtigen Farben, die besonders leuchtend sind in der Herbstsonne, die vom Himmel strahlt
  • Es geht zurück zum Visitor Center, wo wir ein Update der Ausbruchzeiten holen und den Unterschied zwischen Geysiren, Heißen Quellen, Schlammtöpfen und Steam Vents (weiß nicht wie die auf Deutsch heißen) lernen:
  • Zunächst einmal ist es gut zu wissen, dass der gesamte Yellowstone Nationalpark ein schlafender Vulkan ist
  • Geysire entstehen dadurch, dass Wasser vom heißen Gestein im Boden erhitzt wird, dadurch sich einen Weg durch durchlässige Gesteinsschichten nach oben bahnt, um dann vor der Erdoberfläche an einer undurchlässigen Stelle aufgehalten zu werden, von wo aus es nur durch einen kleinen Spalt, der wie eine Art Ventil funktioniert, an die Erdobefläche dringen kann – dieses Wasser sammelt sich dann in einem unterirdischen Becken an, und wird großteils zu Dampf, der durch das Ventil dringt und irgendwann wird der Druck so groß, dass das Wasser in Form einer Fontäne aus dem Becken durch das Ventil an die Oberfläche schießt
  • Heiße Quellen funktionieren im Prinzip genauso, nur dass es kein Ventil gibt, sondern das heiße Wasser direkt an die Erdoberfläche gelangt und dort ein Becken bilden kann
  • Bei Steam Vents kann das Wasser kein Becken an der Erdoberfläche bilden, sondern erreicht stattdessen die Erdoberfläche durch einen kleinen Spalt in der Form von Dampf – das kann zu ganz lauten Pfeifen oder ähnlichen Geräuschen führen, die man auch von weitem teilweise schon hören kann  
  • Schlammtöpfe sind ähnlich wie heiße Quellen, heißes aufsteigendes Wasser, das sich in Becken ansammelt – allerdings werden diese Becken in feuchteren Jahreszeiten, wie im Herbst zB, verschlammt, was dazu führt, dass man an der Oberfläche so Art blubbernde Schlammbecken sieht
  • Zur anschaulichen Erklärung hat das Visitor Center auch super Bilder (siehe unten) zur Verfügung gestellt:
  • Außerdem haben wir das Glück gehabt, im Laufe unseres Besuches im Park alle dieser thermalen Phänomene zu sehen
  • Raus dem Visitor Center geht es wieder direkt zum Old Faithful, der -wie der Name naheliegt- sehr gut voraussagbare Ausbruchzeiten hat – und ein Ausbruch steht an, was nicht zu übersehen ist, angesichts der Menschenmassen, die sich schon rund um den Geysir versammelt haben
  • Kein Vergleich zu der Ruhe, die wir in der Früh noch erlebt haben
  • Kaum beginnt das Spektakel, klatschen schon die ersten und es ist wie eine Party – Mitten im Geschehen, beginnt tatsächlich eine Gruppe die Nationalhymne zu singen, Wow, Amerika wie es leibt und lebt
  • Über einen Holzsteg Weg drehen wir noch eine Runde durch die Geysir Landschaft, die sich rund um das Visitor Center erstreckt und auch ohne Ausbruch sehr beeindruckend zu sehen ist
  • Man muss übrigens hier -mehr als in allen anderen Nationalparks – gut darauf achten auf den Wegen zu bleiben, da rundherum überall Gefahren in Form von heißen Quellen und treibsandmäßigem Boden lauern, Matthäus erzählt, dass auch schon Besucher umgekommen sind, da sie in eine heiße Quelle gefallen sind
  • Die heißen Quellen sind (leider) nicht bade-geeignet, zusätzlich dazu, dass sie großteils sehr säurehaltig sind, haben sie Temperaturen von 70-100 Grad Celsius, was nicht gerade eine angenehme Badetemperatur ist
  • Wir lesen auch Warnschilder, dass man nicht in den Seen des Nationalparks schwimmen soll, da diese Temperaturen von Durchschnittlich 44 Grad Fahrenheit, was ca. 5 Grad Celsius entspricht, haben
  • Wir planen den Grand Loop zu drehen (mit dem Auto, ca 230km ) und bleiben zwischendurch bei einigen heißen Quellen, die am Weg liegen stehen, darunter auch die Grand Prismatic Spring, das wohl beliebteste Fotomotiv des Parks
  • Zufällig entdecken wir zuerst den Weg, der hinaufführt, so dass man die riesige heiße Quelle von oben betrachten kann und überhören dabei, wie Besucher sich beschweren: „Unten hab ich gar keine Farbe gesehen, drum musste ich jetzt hier hinaufklettern“
  • Tatsächlich ist der Weg schon wieder länger als gedacht und führt natürlich bergauf (wir wollen ja schließlich das große Becken von oben sehen)
  • Dabei kommt uns eine Familie entgegen mit einer „unmotivierten Teenagerin“, wie Matthäus feststellt und wirklich – sie ist die richtige Verkörperung davon, was man sich unter einer unmotivierten Teenagerin vorstellt, hat baggy Jeans, ein T-Shirt, einen Pulli, den sie bis zu den Ellbogen hinunterhängen hat, zieht ihre Füße mühsam über den Boden und schaut dabei sehr grumpy drein- später treffen wir sie noch einmal in der Nähe des Parkausgangs und sie schaut diesmal ein bisschen glücklicher drein („Wahrscheinlich ist der Sightseeing Tag bald vorbei“, meint Matthäus)
  • Als wir bei der Grand Prismatic Spring selbst sind, verstehen wir, was die anderen gemeint haben – man sieht und spürt sehr viel Nebel, sieht aber wenig von den schillernden Farben, in denen die Quelle erstrahlt und die von Bakterien kreiert werden
  • Diese heißen Quellen sind im Übrigen eine super Forschungsquelle für Forschung von außerirdischem Leben, da die Bakterien in ihnen unter sehr lebensfeindlichen Umständen überleben können
  • Die Dämpfe selbst zu spüren und riechen (man riecht den Sulphur extrem, das riecht wie vergammelte Eier, mmh) ist auch ein Erlebnis – man spürt, wie es heiß ist und als ich kurz ins Wasser hineingreife, das von der Quelle in kleinen Bächen – ähnlich denen rund um die Geysire- wegführt, stelle ich fest, wie warm das Wasser selbst da noch ist  – wir erfahren die heißen Quellen sozusagen mit allen Sinnen
  • Wir fahren weiter Richtung Norden, ich lese Matthäus ein bisschen Information zu den thermalen Phänomenen des Parks vor und wirklich im allerletzten Moment stellen wir fest, dass wir die Chance auf Schlammtöpfe haben, und machen einen Stopp bei ebendiesen
  • Auch diese sind sehenswert, wie sie vor sich hin bubbeln in allen möglichen Farben
  • Der nächste Stopp ist der Roaring Mountain, der so heißt, weil hier zahlreiche Steam Vents ausbrechen, die zischende Geräusche dabei machen und den Eindruck vermitteln, der ganze Berg würde dampfen
  • Der letzte Stopp sind die Mammoth Hot Springs Terraces, wo die Hot springs eine Landschaft voller Terassen und in ganz verrückten Farben, unter anderem schneeweiß, erschaffen haben
  • Endlich (es ist mittlerweile schon Abend geworden) erreichen wir das Albright Visitor Center, den einzigen Ort im ganzen Nationalpark, wo man Internet hat (sonst gibt es weder WLAN noch Empfang )
  • Das ist gut, denn wir müssen noch eine Unterkunft für heute Nacht buchen, was wir sogleich tun
  • Wir beschließen in Gardiner, das ganz in der Nähe von hier beim Park Nordeingang liegt, zu übernachten und morgen noch ein bisschen mehr Nationalpark anzuschauen, bevor wir die Monsterfahrt nach Boulder machen
  • Dort finden wir eine nette Unterkunft, die Cowboy Lodge, zu der wir sogleich fahren
  • Am Weg sehen wir eine ganze Wapiti Herde, die es sich auf dem Hauptplatz des kleinen Ortes, wo natürlich mehrere Straßen entlangführen, gemütlich gemacht hat und sämtlichen Verkehr aufhält, vor allem weil alle Touristen stehen bleiben möchten, um Fotos zu machen – aus diesem Grund beschäftigen sie auch mehrere Ranger, die die Touristen von den Tieren wegscheuchen oder es zumindest versuchen
  • Wir machen uns auf die Suche nach Essen und stellen fest, dass es ganz in der Nähe nur Restaurants ohne To-Go gibt, da wir aber gemütlich im Zimmer chillen wollen, fahren wir voll amerikanisch zu einer nahegelegenen Pizzeria, wo wir uns eindecken
  • Gemütlich im Bett chillend (uuuh, nicht erlaubt) und eine Grizzly Bär und Yellowstone Nationalpark Dokumentation schauend, genießen wir die erstaunlich leckere Pizza, bevor wir voll müde einschlafen

Mittwoch, 11.10.

Wintersturm und Schwere Gewitter voraus

  • Wieder starten wir früh, um erstens den Nationalpark im Morgenlicht zu sehen und zweitens dem Wintersturm zu entkommen, der für heute Nachmittag/Abend angekündigt ist
  • Ab geht es in den Park und zum Grand Canyon of the Yellowstone, einem großen Canyon, den der Yellowstone River hier in den Fels gegraben hat – dieser ist besonders sehenswert, da der Fluss über zwei große Wasserfälle durch die Schlucht in die Tiefe stürzt
  • Die Landschaft wird noch immer verändert, dank heißer Quellen, die das Gestein aufweichen und dann ermöglichen, dass sich das Wasser neue Wege bahnt
  • Wir gehen den kurzen aber steilen Weg (Canyon Wanderung lässt grüßen) hinunter, um die Lower Falls von oben zu sehen
  • Die Lower Falls sind mit 93m Höhe, die größeren der beiden Wasserfälle (die Upper Falls sind 33m hoch)
  • Es ist ein Wahnsinn und auch sehr Respekt einflößend, oben am Rand der Wasserfälle zu stehen und unter unglaubliche Wassermassen in die Tiefe stürzen zu sehen
  • Der Canyon selbst ist auch ein Wahnsinn- er ist viel enger und schmäler als der Grand Canyon, aber dafür leuchtet das Gestein in allen möglichen Farben, dominierend ist das Gelb, das dem Yellowstone auch seinen Namen verleiht
  • Wir bleiben noch bei ein paar View Points stehen, von denen aus man einen Blick auf den Canyon und die Upper und Lower Falls hat, der beeindruckendste davon ist sicherlich der Artist Point, von wo aus man die Lower Falls sehr gut sehen kann
  • Auf dem Weg dorthin bei einer Klo und Besichtigungspause, fragt mich eine Gruppe Spanier: „Where can we see the canyon?“ und ich erkläre ihnen geduldig, von welchen Aussichtspunkten man was sieht und wo sie am besten stehen bleiben sollten, „sind die Leute wirklich so planlos?“ fragt Matthäus ungläubig
  • Es ist übrigens schon ein sehr regnerisches Wetter, manchmal tröpfelt es auch und beim Autofahren sehen wir an manchen Stellen sogar Schneeflocken, die allerdings nicht wirklich liegenbleiben- was Google allerdings nicht davon abhält uns jetzt statt „Wintersturm“ eine „Schwere Gewitter“ voraus Warnung zu zeigen – na super
  • Nun heißt es „Auf Wiedersehen Yellowstone“, und wir machen uns auf den Weg aus dem Park heraus, nicht ohne vorher noch ein paar kleinere Zwischenstopps bei Heißen Quellen, Schlammtöpfen und dem See zu machen
  • Die beeindruckendste heiße Quelle, die wir sehen finde ich den „Dragons Mouth Spring“, der seinem Namen alle Ehre macht, aber seht es selbst am Video unten
  • Durch den Grand Teton Nationalpark geht es wieder ab in den Süden!
  • Fahrt durch ein Indianerreservat, kein Internetempfang, kein GPS, keine achteckigen Häuser, sondern Wohnwägen, nicht wirklich billige Tankstellen und ein fancy Casino, das in der einsamen und kargen Landschaft verloren wirkt.

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