Boulder

Boulder

Mittwoch, 11.Oktober

Hot Tub here we come!

  • Bei Sonnenuntergang fahren wir in die nicht so schönen Vororte von Boulder hinein und kommen nach ca. fünf Umleitungen endlich zum Canyon, in dem unsere Unterkunft, die A-Lodge, liegt.
  • Die Straße dorthin ist selbst bei Nacht sehr schön zu fahren und kurvig, wenn auch sehr dunkel.
  • Die A-Lodge stellt sich als das heraus, was sie verspricht – eine Unterkunft für abenteuerlustige Menschen und Leute, die schnell im Freien sein wollen – also in der wunderschönen, bergigen und felsigen Natur, die Boulder umgibt und viele Freizeitmöglichkeiten bietet, wie klettern, radfahren und wandern.
  • Allerdings ist um 21h, als wir ankommen, schon tote Hose, ein Punkt, den ich gleich negativ bemerke – später treffe ich einen Typen aus Birmingham, mit dem ich beschließe – das muss sich morgen Abend ändern.
  • Allerdings ist auch um 22h schon Nachtruhe, also mal sehen.
  • Bis dahin springen wir noch schnell in den Hot Tub, den wir zu meiner Freude hier finden – also eher ein Whirlpool, aber auf jeden Fall ist es mega nice!

Donnerstag, 12.Oktober

Chillertag

  • Talking Hands Session, Blog schreiben, lesen, Hot Tub und die herbstliche Sonne genießen stehen heute am Programm.
  • Kurz überlegen wir, eine Wanderung zu machen, die gleich hinter unserem Haus startet, entscheiden uns dann aber doch für den Hot Tub. =)
  • Am Abend chillen wir sehr lange im Hot Tub, sogar mit Happy Hour Bier.

Freitag, 13.Oktober

Boulder, die Stadt mit Fußgängerzone

  • Aufstehen und nach unserem Müsli-Frühstück machen wir uns mit gemieteten Fahrrädern von der A-Lodge auf nach Boulder.
  • Die Fahrräder sind E-Bikes und sehr geeignet zum offroad fahren, was gar nicht notwendig ist, da ein Radweg direkt nach Boulder hineinführt – allerdings haben sie eine enorme Trethilfe und fünf Stufen, wovon wir nur die ersten drei verwenden, ich glaub bei der fünften würde das Rad so viel Gas geben, dass man rückwärts runterkatapultiert werden würde.
  • Es ist eine sehr schöne Strecke durch den Canyon, der bei Tag schon noch beeindruckender als bei Nacht ausschaut, und entlang des Boulder Creek, des kleinen Flusses, der unglaublicherweise den Canyon geformt hat.
  • Wir erreichen Boulder, wo erstaunlicherweise die Radweg-Situation gar nicht so schlecht ist (also für eine amerikanische Stadt, natürlich gibt es keine baulich getrennten Radwege, aber immerhin Markierungen auf der Straße und man muss nicht crazy auf dem Pannenstreifen fahren).
  • Was auch erstaunlich ist, ist, dass es eine Fußgängerzone gibt, auf DER Straße in Boulder, der Pearl Street, wo sich alle interessanten Dinge befinden.
  • Die kleine Studentenstadt ist voll uriger Geschäfte, kleiner Bücherläden, netter Cafés (ich glaub, das hier ist der erste Ort, in dem ich Cafés in diesem Sinne entdecke) und einladender Restaurants – und hat mich schon mit den kleinen Cafés und spätestens mit den Bücherläden überzeugt.
  • Wir setzen uns also in ein solches Café, schlürfen unseren Latte und Heiße Schoki und starten, die Route für die Route 66 zu stecken – wir haben entdeckt, dass das Kartenmaterial dazu nicht sehr gut ist, darum verwenden wir hierzu die Turn-by-Turn Beschreibung von „historic66.com“ und die Offline-Navigationsapp „Here we go“, was sich als super Lösung herausstellt, aber echt viel Vorbereitungszeit erfordert.
  • In dem strahlenden Sonnenschein spazieren wir noch ein bisschen durch die Fußgängerzone, schauen in ein, zwei Buchgeschäfte hinein, wo ich natürlich wieder einmal nicht widerstehen kann und Bücher mitnehme (obwohl wir eh schon zu viel Gepäck haben).
  • Dann schauen wir in ein kleines, hippes Lokal, wo wir endlich einmal gesunde Sachen essen können- wir bestellen belegte Brote mit selbstgemachten Aufstrichen, die so lecker sind, dass wir gleich noch eine Portion bestellen- mein Favorit ist der Artischocken-Aufstrich, mmmh.
  • Mit den Rädern geht’s zurück zur Lodge, wo wir zuerst einmal im Hot Tub relaxen möchten, was allerdings nicht geht (!!!), da irgendeine Veranstaltung stattfindet.
  • Erst um 21h können wir endlich hinein, was wir sogleich tun und wobei uns sogar ein Amerikaner Gesellschaft leistet, mit dem wir gut ins Gespräch kommen.
  • Er ist Wissenschaftler und Lecturer für Englische Literatur an der Uni in Nebraska (dort ist außer Bergen und Schnee nicht viel, wie er selbst meint)  und war schon in Finnland, da sein Forschungsthema Finnische Mythen sind.
  • Überhaupt treffen wir in der A-Lodge ein lustiges Sammelsurium an Menschen:  eine Dame, die ein medizinisches Training hier macht, einen Typen, der die Ausbildung zum Klettertrainer macht, einen anderen Typen, der aus England ist und hier auf Business Trip ist und mit Unternehmen ihr Nachhaltigkeitskonzept bespricht und eben den Typ aus dem Hot Tub, der hier auf einer Konferenz ist.

Samstag, 14.Oktober

Heiße Quellen und Rocky Mountains

  • Auf geht es Richtung Rocky Mountain Nationalpark (RMNP), für den man allerdings, wie wir auf dem Weg hin herausfinden, ein Permit braucht und sonst nur ab 14h hineinfahren kann.
  • Für den gleichen Tag bekommt man keine Permits mehr, daher beschließen wir vorher noch einen Zwischenstopp bei heißen Quellen (endlich welche, in denen man baden darf) zu machen, die allerdings schon auf der anderen Seite der Bergkette liegen, aber – so unser Masterplan – dann fahren wir einfach später auf der anderen Seite in den Park hinein und durchqueren ihn über die Passstraße, die quer durch den Nationalpark verläuft.
  • Also fahren wir durch das „mountaneous Nederland“ zur Passstraße, die südlich des Rocky Mountain Nationalparks verläuft und kriechen hinter schon wieder jemandem, der Angst vor Kurven hat, hinauf auf die Passhöhe.
  • Dort legen wir einen Zwischenstopp ein, da in 10 Minuten partielle Sonnenfinsternis ist, die wir von hier aus betrachten möchten.
  • Wir gehen also einen schneebedeckten Wanderweg entlang (Wahnsinn, dass wir vor einer Woche noch in Stein- und Sandwüsten unterwegs waren), der wunderschön durch einen Wald führt und von dem aus man immer wieder Blicke auf die Sonne erhascht, die strahlend hell vom Himmel leuchtet.
  • Als die Sonnenfinsternis ist, sehen wir – durch die Kameralinse, mit bloßem Auge kann man trotz Sonnenbrille natürlich nicht hinschauen – eine kleine Verdunkelung vor der Sonne, aber ehrlich gesagt sehen wir es gar nicht so gut, naja, wir schießen ein paar Fotos und freuen uns noch an der Wanderung, bevor es weiter geht.
  • Auf zu den Hot Springs!
  • Diese sind ein etwas in die Jahre gekommenes, aber trotzdem sehr schönes Outdoor-Spa – es gibt 19 kleinere und größere Becken mit dem heilenden Wasser der Heißen Quellen in unterschiedlichen Temperaturen.
  • Wir starten bei den „kühlsten“, die trotzdem sehr warm sind und auch von Kindern benutzt werden dürfen und arbeiten uns hinauf zu den heißeren.
  • Es ist wirklich wunderschön und sehr entspannend- wir genießen es in vollen Zügen.
  • Die Sonne scheint, weshalb wir mit Sonnenbrile und -kappe in den Becken chillen und uns einweichen lassen, bis wir Entenhaut bekommen.
  • Die heißen Quellen sind schwefelhaltig, was man total riecht und wonach unsere Badesachen bis heute riechen.
  • Sehr durchweicht und entspannt fahren wir weiter zum Westeingang des RMNPs, der sich beim Ort Grand Lake befindet und seinem Namen alle Ehre macht, da er an einem riesigen See liegt.
  • Nur um dort festzustellen, dass die Passstraße aufgrund des Schnees gesperrt ist und wir nur 10 Meilen in den Park hineinfahren können.
  • Wie unser Reiseführer uns warnt – „Wenn die Passstraße gesperrt ist, wird die sonst eine dreiviertel Stunde dauernde Fahrt zu einer vier Stunden Fahrt“: und wir schauen es nach – es stimmt, wir müssen über die Passstraße, über die wir gekommen sind, um das andere Ende der Bergkette und damit den Osteingang zu erreichen; ein Umweg von vier Stunden.
  • Daher verwerfen wir den Plan, zum Osteingang zu fahren, und beschließen, den Park von der Westseite aus zu besichtigen und eine kurze Wanderung hier herauszusuchen.
  • Wir machen mehrere kurze „Wanderungen“, die auf dem Plan, den wir am Eingang erhalten, beschrieben sind.
  • Eine davon führt zu alten, mittlerweile dem Verfall preisgegebenen Hütten, die einst eine Deutsche Familie als Feriendorf vermietet hat – mit der Haupthütte, Mamas Kitchen, in der es immer leckeres, selbstgekochtes Essen gab.
  • Die zweite Wanderung führt den Colorado River entlang, der hier entspringt und bei dessen Anblick als kleines Bächlein man sich kaum vorstellen kann, dass ebendieser Fluss den Grand Canyon formte.
  • Die dritte Wanderung führt zu Wasserfällen eines kleinen Flüssleins, dem Beaver Creek, die über mehrere Stufen hinweg verteilt sind.
  • Beim Hinausfahren aus dem Park machen wir noch einen Stopp im Örtchen Grand Lake, kaufen jeder ein RMNP Leiberl und bewundern den See bei Sonnenuntergang.
  • Schon im Dunkeln queren wir also wieder den Pass und ab geht es zum Flughafen, mit einem schnellen Mc Donalds Abendessen Zwischenstopp, bevor wir das Auto zurückgeben und in unser Hotel einchecken, das wir für heute Nacht gebucht haben, da unser Flug gleich morgen Früh startet.

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