
Schwimmen mit Manatees, Bioluminisenz,
Rakentenstart und Besuch im Kennedy Space Center
Dienstag, 7.11.
Was ein Manatee eigentlich ist und leuchtendes Plankton
- Wir erreichen also zu Mittag das Manatee Education and Research Center in Fort Pierce.
- Zum Eintritt bekommen wir einen Sticker „I support Manatees“, der bis jetzt auf meinem großen Rucksack klebt. =)

- Ein Manatee sehen wir leider nicht, obwohl sich ein dickes hier in der Früh rumgetrieben hat angeblich, dafür erfahren wir einiges über die Tiere, ihren Lebensraum und darüber, warum sie vom Aussterben bedroht sind.








- Wir sehen ein Manatee-Skelett – Fun Fact: Manatees haben kein Knochenmark (fragt mich jetzt nicht, warum).
- Manatees sind Seekühe und eng verwandt mit Dugongs, die man leicht von Manatees dank ihrer aufgespaltenen Schwanzflosse unterscheiden kann und die hauptsächlich in Südostasien vorkommen – außerdem gab es früher Steller’sche Dugongs, die riesig (noch riesiger als Manatees) waren und in Arktischen Meeren vorkamen, aber mittlerweile ausgestorben sind.
- Außerdem haben Manatees das Problem, dass sie nur in Gewässern von ungefähr 22-24° Celsius überleben können, was bedeutet, dass sie feste Migrationsrouten nutzen und im Sommer in Richtung Norden ziehen, um im Winter dann in die wärmeren Gewässers des Südens zurückzuziehen – Manatee Babys bleiben ca. 2-3 Jahre bei ihrer Mutter und bekommen dann von dieser auch eine Einführung in die Migrationsrouten und wo sie Stopps machen können.
- Am Abend haben wir eine leuchtende Plankton-Tour gebucht, die nicht weit vom Hotel entfernt startet, weshalb wir zuerst einmal einchecken und dann – schon im Dunkeln – zum Startpunkt düsen.

- Sammy, unser echt toller Guide, erklärt, dass Plankton sich untertags in der Sonne aufladet und dann die Energie, wenn es Gefahr wittert, in Form von zwei Chemikalien abgibt. Diese zwei Chemikalien reagieren mit Sauerstoff und erzeugen dadurch ein Leuchten.
- Jedes Planktonteilchen leuchtet nur ein- bis zweimal pro Nacht, was einem eine Vorstellung gibt von der Menge an Plankton, die hier im Wasser ist.
- Wir paddeln in Kayaks, die völlig durchsichtig sind, und sehen daher das Plankton sehr gut.
- Man sieht es nur, wenn sich etwas (das Boot, das Paddel oder eine ins Wasser gestreckte Hand) durchs Wasser bewegt und das Plankton darauf reagiert.

- Dann schaut es unter dem Boot aus wie ein leuchtender Sternenhimmel – ganz viele Galaxien quasi – das ist wirklich toll zu sehen.
- Über unserem Boot ist übrigens auch ein toller Sternenhimmel, auf dem wir immer wieder Sternschnuppen sehen – ich weiß gar nicht mehr, wo ich hinschauen soll.
- Es ist immer so friedlich, wenn man mit dem Kayak oder Kanu übers Wasser gleitet, das ist in der Nacht sogar verstärkt so und verleiht dem Erlebnis eine sehr ruhige und entspannte Stimmung.

- Wenn die Paddel durchs Wasser gleiten, sieht man das Leuchtphänomen noch besser, dann zieht ein leuchtender Streifen an einem vorbei durchs Wasser.
- Man kann das Plankton auch gut sehen, wenn man die Hand ins Wasser hält und eine Faust ballt, um die herum es dann leuchtet, oder nur einen Finger durchs Wasser zieht, der dann wie ein Komet einen hellen Streifen nach sich zieht.
- Ich frage Sammy: „Ah, wir können also die Hand einfach ins Wasser halten, kein Alligator kommt und beißt sie ab oder so?“, und sie lacht und meint, dass es zwar viele Alligatoren hier in der Gegend gibt, diese aber nicht so weit rausschwimmen, ich das also gefahrlos machen kann.

- Als ich die Hand aus dem Wasser heraushebe, sehe ich sogar die Tropfen, die von dieser abfallen, leuchten.
- Wir sehen auch Mullets im Wasser schwimmen, die wie sehr große Kometen als ganz helle Streifen zu sehen sind.
- Sammy erklärt uns übrigens bei der Einführung, dass es zwei unangenehme Situationen beim Kayakfahren hier geben kann: Die erste ist, wenn ein Mullet, das sind so Fische, die springen, bei einem Springmanöver im Boot landet und dann, wie ein Fisch sich eben an Land verhält, wild um sich patscht – in diesem Fall nimmt man einfach den Fisch und schmeißt ihn wieder ins Wasser. Die zweite ist, wenn ein Manatee zum Atmen auftauchen will und sich das Boot über ihm befindet, dann bekommt das Manatee Panik und man gerät in einen sogenannten Manatee Rodeo – in diesem Fall bewegt man seine Hüften wie bei einem echten Rodeo möglichst mit dem Boot mit und wartet, bis sich das Manatee entspannt, oder man schwimmt halt mit Manatees…
- Ganz am Schluss der Tour erzählt Sammy, wie es ihr einmal während einer Tour passiert ist, dass ein Manatee ein Kayak zerstört hat, da es Panik bekommen hat und dann mit seiner Schwanzflosse so stark auf das Boot geschlagen hat, dass dieses leck geworden ist.
- Kein Wunder, die in etwa eine Tonne schweren Tiere bestehen zu mehr als 90% aus Muskeln!
- Manatees leuchten übrigens auch, dank ihrer kleinen Haare, die sie auf dem Rücken haben und dank ihrer generell nicht so glatten Oberfläche, Delfine interessanterweise nicht – diese haben eine so glatte Haut, dass das Plankton einfach daran vorbeigleitet, was sie durchaus auch zu ihrem Vorteil nutzen.
- Wir sehen leider kein Manatee, obwohl ich echt gerne ein Manatee Rodeo gemacht hätte.
- Was wir allerdings sehen, sind leuchtende Quallen – diese leuchten von sich aus und ähnlich wie das Plankton werden sie aktiviert, wenn man sie berührt und sie Gefahr wittern, was dazu führt, dass ich mit dem Paddel wie wild paddele, um möglichst viele Quallen zu aktivieren (die Armen).
- Sammy schafft es (keine Ahnung wie, man sieht sie so gut wie nicht), zwei der Quallen zu fangen, um sie uns in einem Glas zu zeigen.
- Sie erzählt auch, dass man von hier aus oft Raketen-Launches von Cape Canaveral aus sehr gut sieht, schaut auf ihrer App nach und meint, „Ah, heute ist einer geplant“ – meega, wir installieren natürlich auch gleich die App und fragen sie nach dem besten Spot, um den Launch anzuschauen.
- Das ist also unser Programm für den Rest des Abends – um Mitternacht ist der Launch geplant und wir beschließen, ihn vom nahegelengem Cocoa Beach anzusehen.

- Dort angekommen suchen wir einen schönen Platz, chillen uns in den Sand und wollen gerade unsere Jause auspacken, als wir in der App sehen, dass der Countdown startet – aah, als er bei „0“ ankommt, meine ich – das Handy schon gezückt in der Hand – zu Matthäus: „Ah, schau sie sind gar nicht püntklich“, nur um dann mit offenem Mund innezuhalten, denn gerade ist am Horizont ein immer heller werdendes Licht aufgetaucht – die Engines sind offenbar schon gezündet.
- Es ist wirklich ein Anblick: Wir sehen das Licht immer heller und heller werden, bevor wir die noch „langsam“ aufsteigende Rakete auftauchen sehen und lange bevor wir die richtig lauten Motoren überhaupt hören (jaja, die Geschwindigkeit von Licht und Schall).

- Dann geht alles super schnell, die Rakete nimmt an Geschwindigkeit auf, steigt auf, bewegt sich dann auf ihre Trajektorie, Richtung Südosten, also schräg über den Himmel über uns und verschwindet schnell aus unserer Sicht – am Schluss bleibt nur ein Punkt, der mit all den Sternen am Himmel verschilzt.

- Bei der Rakete handelt es sich übrigens um eine Falcon 9 von SpaceX, die die Starlink Satelliten 6-27 launcht.

- Deshalb sehen wir kurz darauf wieder ein helles Licht am Himmel auftauchen, diesmal ein fallendes: Die wiederverwendbaren Booster, die zurückkehren und auf einem Boot im Atlantik landen.
- Wow – was für ein Tag!
Mittwoch, 8.11.
Apollo und Artemis – nicht nur Griechische Mythologie, sondern im Weltraum realisiert!
- Als wäre gestern nicht schon supertoll genug gewesen, geht es heute ab zum Kennedy Space Center! Wooow, da freu ich mich schon riesig!!!

- Pünktlich um 9 Uhr sind wir da und nicht die einzigen – daher stehen wir erst einmal in der Eingangsschlange.

- Erster Programmpunkt ist das riesige Gateway Center, in dem man sowohl einen Überblick über die Geschichte der Raumfahrt als auch aktuelle und vergangene Raumfahrtprojekte bekommt – das Ganze natürlich aus NASA Perspektive, was allerdings bedeutet, dass die ESA (im Gegensatz zu Roscosmos) auch hie und da am Rande vorkommt. (Yeah!)

- Außerdem gibt es auch einen „Spaceport“, wo man quasi eine 3D-Weltraumerfahrung machen kann, indem man sich in so achterbahnmäßige Sitze setzt und dann ein bisschen durchgeschüttelt und nach vorne und hinten gefahren wird.
- Wir probieren es gleich aus und machen eine Reise durch unser Sonnensystem, also eigentlich nur zu Saturn und Jupiter und einigen ihrer Monde – das Ganze ist echt gut gemacht, es erinnert mich ein bisschen an Kassandras Fluch, nur wird einem weniger schlecht dabei, weil man sich nicht ganz so wild herumbewegt.
- Als es nach ca. 5 Minuten aus ist, öffnet die Angestellte ein bisschen verwirrt die Tür und fragt uns: „Did you see the whole film?“ Well, how should I know?!
- Wir beschließen jedenfalls, dass wir genug davon haben (das Erlebnis war zwar ganz spaßig, aber nicht sehr informativ) und stattdessen lieber in den informativeren Ausstellungsbereich weiterschauen.

- Dieser ist auch toll gestaltet, es gibt so Science-Fiction-mäßige Hologramm-Bildschirme, auf denen man sich durch Erklärungen zu den Ausstellungsstücken klicken kann.
- Wir lesen Einiges über das Orion Modul, das Herzstück der Artemis Mission, die als nächste Mission zum Mond starten soll.


- Der Name Artemis kommt übrigens daher, dass Artemis die Zwillingsschwester von Apollo ist in der Griechischen Mythologie. =)
- Diese Mission soll wieder Menschen auf den Mond bringen und in weiterer Zukunft soll eine Art ISS für den Mond gebaut werden – also eine Raumstation, die um den Mond kreist und von der aus man dann Missionen zum Mond fliegen kann.
- Wir sehen auch die Crewkapsel (die allerdings bisher nur als Versorgungskapsel für die ISS verwendet wird) Starliner.

- Zu dieser gibt es eines der Highlights – einen Dockingsimulator, bei dem man herausfinden kann, ob man es schafft, Starliner an der ISS zu docken.
- Die Schlange zu diesem ist recht lang, aber wir stellen uns an und stellen beim Zuschauen bei den Leuten vor uns fest, dass außer uns anscheinen keiner die Anleitung gelesen hat, denn eigentlich verwendet man für das reibungslos und ohne Alerts ablaufende Andockmanöver nichts außer dem einen Joystick – obwohl die tausenden Schalter und Knöpfe rundherum natürlich äußerst verlockend sind.


- Matthäus und ich schaffen es beide erfolgreich, den Starline zu docken, obwohl ich der Verlockung nicht widerstehen kann und probeweise ein paar der Hebel über mir umlege – das fühlt sich schon auch ganz cool an, leider gibt es kein Headset und Hefterl, das ich in der Hand halten kann um Procedures an Matthäus oder Ground Control durchzugeben.
- Mit einem Shuttlebus (hehe Shuttle) geht es ab zum Apollo Center, wo man alles über die Apollo Missionen und die teilnehmenden NASA Astronauten erfährt -NASAs große Errungenschaft.

- Auf dem Weg dorthin sehen wir (in weiter Ferne natürlich) die Launch Pads, die wirklich nicht zu übersehen sind.

- Außerdem kommen wir am VAB (Vehicle Assembly Building) vorbei, das im Zuge der Apollo Mission gebaut wurde, um die Saturn V Rakete zusammenzubauen – also ihr könnt euch vielleicht ca. vorstellen, wie groß das Gebäude ist.
- Sehr beeindruckend, auch wenn wir es nur von außen zu Gesicht bekommen, da es noch in Verwendung ist.

- Ganz stolz sind sie irgendwie auch auf ihren Crawler-Transporter, der die fertig zusammengebauten Raketen dann in einem Tempo von 1 mph zum Launch Pad fährt – nur damit man eine Vorstellung bekommt, zum Launch Pad, von dem aus die meisten Apollo Mission gestartet wurden, braucht das Gefährt mit dem Tempo sieben Stunden!!
- Mir fällt auf, dass dieser Rover wie ein Panzer mit so Ketten über die Straße rollt – eine extra dafür angefertigte Straße, die mit Steinen verstärkt wurde – im Gegensatz zu dem Gefährt, das die ESA verwendet in Kourou, das über Schienen fährt. („Typisch“, meine ich zu Matthäus.)
- Im Apollo-Zentrum werden wir zuerst einmal von mehreren Filmen, die die Geschichte der Apollo Missionen erzählen, begrüßt und die, wie ich zugeben muss, wirklich gut gemacht sind und gar nicht so mega pathetisch, wie es sonst oft in Amerikanischen Museen der Fall ist.

- Der einzige Film, der dabei ein bisschen aus der Rolle fällt, ist der Film, in dem vom Aufsetzen des Eagles – während der Apollo 10 Mission (die mit der berühmten Mondlandung und Neil Armstrong am Mond) – auf dem Mond berichtet wird und dramatische Musik das Geschehen untermalt und insbesondere die Stimme des Erzählers übertönt.


- Offenbar hat der Autopilot des Eagles sie in einen steinigen Krater befördert, sodass Armstrong selbst die Steuerung übernahm und mit 30 Sekunden übrigem Treibstoff ein paar Meilen davon entfernt landete.
- Richtig cool ist es, dass der Film zur Apollo 10 Mission und insbesondere dem Apollo 10 Launch im Raum des originalen Apollo Control Center gezeigt wird, was dem Ganzen eine tolle Stimmung verleiht und das Erlebnis wirklich eindrucksvoll macht.




- Sobald man den darauffolgenden großen Ausstellungsraum betritt, wird man mit dem Anblick des liegenden Saturn V Raketen Nachbaus in Originalgröße überwältigt – das sind Dimensionen.


- Hier findet man detaillierte Beschreibungen von der Geschichte der Apollo Mission, die beginnt mit den berühmten Worten des Präsidenten John F. Kennedy „We choose to go to the Moon.“ und endet mit der Mission Apollo 17, der letzten bemannten Mission zum Mond – und keineswegs eben war, immerhin kamen bei einem Test der Apollo 1 Mission durch einen Brand im Command Module die drei Crewmitglieder (Gus Grissom, Ed White and Roger Chaffee) um, aber dennoch ein durchschlagender Erfolg mit der Landung des ersten Menschen auf dem Mond im Zuge der Apollo 10 Mission.

- Wir finden auch genaue Erklärungen, wie die Saturn V Rakete, das Command Module und das Lunar Module zusammengebaut waren und funktionierten.
- Ein Raum ist Mondartefakten gewidmet – hier findet man alle möglichen Proben-Transportgefäße, um Gesteinsproben vom Mond mitzunehmen, Logbücher und Raumanzüge, die Astronauten während der Missionen trugen.

- Davor gibt es auch einen Moon Rock, einen Stein, der original vom Mond ist und den man berühren kann.
- Wir beobachten ein Paar, wo er hingeht und den Stein angreift, nur um dann von seiner Freundin in Desinfektionsmittel förmlich ertränkt zu werden – 5 Minuten später hängt der Geruch immer noch in der Luft.

- Es gibt zu Ehren der Apollo 1 Crew eine Ausstellung mit Command Module, in das man über die original Landungsbrücke hineingeht, was schon auch ein Erlebnis ist.

- Wir machen hier im Café unsere Mittagspause und essen Hotdog und Salat mit Ausblick auf die Launch Pads – nicht schlecht.

- Mit dem Bus geht es zurück durch das Naturgebiet Merrit Island, inmitten dessen das Space Center liegt und das heute geschützt ist (aber damals offenbar nicht) – wodurch man viele Wildtiere wie Reiher sieht.
- Auf geht es zum Astronauten Talk und zwar berichtet heute Mark Lee von seiner Erfahrung als Astronaut im Shuttle Programm (er nahm an vier Missionen teil) – er kann sehr gut reden und es ist eine tolle und spannende Präsentation, bis dann die Fragenrunde kommt und irgendein Heinzi ihn fragt: „What do you think is the purpose of human existance?“ (?!) – „Mit mindestens einer so einer Eierbärli Frage muss man schon rechnen“, meine ich zu Matthäus.

- Zu guter Letzt (langsam wird es schon mit der Zeit knapp) gehen wir ins Atlantis Center, in dem das Space Shuttle Atlantis ausgestellt ist.

- Schon wieder wird man zuerst von einer Show begrüßt, diesmal wieder eine eher inhaltslose und dramatisch gestaltete, aber ich muss zugeben, dass das Ende, bei dem die Leinwand langsam durchsichtig wird und man dahinter das Shuttle auftauchen sieht (das Originale!), schon sehr gut wirkt – es ist ein toller Moment und eine würdige Präsentation eines solchen Ausstellungsstückes.


- Wir schauen uns das Shuttle von oben an, bevor wir die spiralförmige Plattform hinunterrasen, um noch den Shuttle Launch mitzuerleben.






- Dazu hat die NASA einen Simulationsraum aufgebaut, in dem ein ebensolcher simuliert wird und hat das schon wieder großartig hinbekommen, dass sich das Erlebnis echt anfühlt – wir schaffen es noch gerade so in die letzte Show und es zahlt sich aus – es ist wirklich toll!
- Nun geht es noch um kurz vor Schluss (10 Minuten vor Schließung) in den Shop, bei dem wir uns sicher sind, dass sie uns nicht pünktlich um 17 Uhr hinausschmeißen.



- Im tollen Licht des Sonnenuntergangs spazieren wir noch durch den Raketenpark, in dem alle möglichen NASA Raketen ausgestellt sind.

- Das war ja schon wieder ein MEGA Tag!
Donnerstag, 9.11.
Der nicht so crystal cleare Crystal River
- Dank Puffer kommen wir schon um 12 Uhr bei River Adventures, wo wir unsere Manatee Tour gebucht haben, an und checken entspannt ein – nicht so wie das Paar, das um ungefähr 12:13 hereinrennt und ruft „Wir haben die Tour um 12:15 gebucht, ist das hier?“, woraufhin unsere Guides verwundert entgegnen „Nein, bei uns gibt es keine Tour um 12:15 – vielleicht gegenüber?“
- An Tour Veranstaltern mangelt es nicht, da hier der einzige Ort ist, an dem es erlaubt ist, die faszinierenden Tiere hautnah sozusagen zu erleben und zwischen ihnen zu schnorcheln.
- Nachdem wir also die Stunde noch Zeit haben, fragen wir die Guides nach einem guten Ort zum Chillen und sie empfehlen, dass wir zu einem nahegelegenem Park am Wasser fahren.
- Wir sitzen schon im Auto, als wir genauer nachschauen und bemerken, dass der Park gerade mal eine viertel Stunde zu Fuß entfernt ist – das lässt sich in der vielen Zeit, die wir noch haben, ja doch bewältigen – interessant, dass ihr das gar nicht mal in den Sinn gekommen ist, uns vorzuschlagen.

- Der „Park“ ist eher ein schmales Eck ohne Straße, aber immerhin direkt am Wasser mit Mini Strand und ganz vielen Ibissen.
- Dort setzen wir uns auf einen der Tische, der noch nicht von Ibissen in Beschlag genommen wurde, und essen Snacks.




- Zurück im Center bekommen wir von unserem Guide, Bree, eine Einführung in das Schwimmen mit Manatees und wie man sich verhalten muss – man darf sie nicht berühren, sekkieren, ihnen zu nahe kommen oder zu hektische Bewegungen machen – kurz gesagt, man muss sich möglichst ruhig und passiv verhalten, wenn eines der Tiere in der Nähe ist.
- Mit einem Kleinbus fahren wir zur Bootsanlegestelle, wo uns schon unser Captain, Jason, erwartet.
- Bree und Jason erzählen uns während der Bootsfahrt einige Anekdoten, zum Beispiel, dass es hier viele Vögel gibt, zum Beispiel Ospreys (Fischadler), die ihre Nester an ausgewählten Orten bauen und dann über Jahrzehnte hinweg behalten und warten.
- Einer dieser ausgewählten Orte war der Bootskran eines „Snowbirds“, wie ihn Jason bezeichnet, ein Ausdruck, den Floridianer für die Leute aus dem Norden verwenden, die hier ein Haus besitzen, das sie nutzen, um den kalten Wintern im Norden zu entkommen – da Ospreys geschützt sind, darf man natürlich ihre Nester nicht einfach abbauen oder abreißen, daher befindet sich das Nest seit nun mehr als zehn Jahren immer noch auf dessen Bootskran – aber, so meint Bree, er hat es offenbar entspannt gesehen und einfach einen zweiten Bootskran gekauft.
- Es gibt hier ganz viele der Mullets, dieser Fische, die regelmäßig aus dem Wasser springen und Bree erklärt, dass niemand genau weiß, warum sie das machen, aber eine Theorie ist, dass die Fische am Boden grundeln und dabei einiges an Sand in die Kiemen bekommen, den sie dann durchs Springen versuchen loszuwerden.
- Jason erzählt auch, dass sie während Corona, als alle Bars geschlossen waren, in ihrem Dorf (hier ganz in der Nähe) das Mullet Spiel erfanden, bei denen sie sich alle mit ihren Golfkarts (die sie im Dorf als Hauptmittel der Fortbewegung nutzen) am Meer trafen zum Sonnenuntergang, dann in sicherem Abstand voneinander jeder ausgerüstet mit einer Flasche seines bevorzugten Alkohols und jedes Mal, wenn einer einen Mullet springen sah, rief er „Mullet“ und jeder musste einen Shot trinken.
- Wir machen zwei Tauchgänge, um Manatees zu sehen, die allerdings nicht sehr gut zu sehen sind.
- Das Wasser hier ist nämlich nicht so kristallklar, wie es einst war, aufgrund eines Hurricanes, der hier im Spätsommer dieses Jahres getobt hat und dazu geführt hat, dass das Salzwasser in das eigentliche Süßwasserbecken hineingedrungen ist, wodurch das Seegras hier abgestorben ist.
- Das führt dazu, dass der Sandboden sich nicht mehr gut ablagern kann, wenn er aufgewirbelt wird und der ganze Boden sumpfiger und somit das Wasser trüber wird.
- Daher muss man gut suchen, um ein Manatee zu sehen.
- Manatees hingegen haben kein Problem, uns wahrzunehmen, da sie dank der Haare auf ihrem Rücken kleinste Bewegungen im Wasser gut spüren und sind uns gegenüber also klar im Vorteil.
- Beim ersten Tauchgang sehe ich den Rücken eines riesigen Manatees, aber leider sonst nichts vom Manatee – trotzdem ist es respekteinflößend, wenn so ein riesiges Tier unter einem durchschwimmt.
- Beim zweiten Tauchgang sehen wir dann ein Mama Manatee mit Baby, was total beeindruckend ist – zuerst glaube ich, das Baby ist die Mama, weil es so riesig ist, bis ich dann die Mama daneben auftauchen sehe.
- Das Baby busselt einen Typen neben dem Matthäus ab, der einen Schrei von sich gibt vor lauter Schreck.
- Dann wendet es sich von dem Typen ab und gibt Matthäus seine Liebkosungen: Matthäus, der ja schon vom Typen vorgewarnt ist, sieht es also frontal auf sich zukommen, bevor es, schwupps, seine Nase in Matthäus Gesicht auf die Taucherbrille drückt – ein Bussi vom Manatee aufs Brilli – dann schwimmt es unter ihm durch und die Mama hinterher.
- Bree erzählt, dass Manatee Mamas, nicht so wie andere Mütter in der Tierwelt, gar nicht so überfürsorglich sind, sondern es ihr auch schon passiert ist, dass eine Manatee Mama ihr Baby mit der Schnauze zu ihr gedrückt hat, so quasi mit den Worten „Pass kurz auf, ich muss was erledigen.“, um dann eine Stunde später erst wiederzukommen und das Baby wieder abzuholen – Manatee Kinderbetreuung.
- Wir lernen auch, dass Manatees eigentlich keine Herdentiere sind, aber sich manchmal bei den Quellen als große Gruppe sammeln und sich dann gegenseitig wärmen, indem sie à la Pinguintechnik ganz eng zusammenrücken.
- Zum Schluss baden wir noch in einer Süßwasserquelle, von denen es hier ja sehr viele gibt und bei der man zumindest einen kleinen Einblick in das kristallklare Wasser, das es hier gibt, bekommt – man sieht den Boden ohne Probleme (sonst haben wir ihn höchstens erahnen können) und man sieht sogar Blasen, wo die Quelle herauskommt.

- Das war ein Erlebnis!
- Auf Empfehlung Jasons hin schließen wir das tolle Erlebnis mit einem Besuch beim nahegelegenem Restaurant mit Blick auf den Sonnenuntergang ab.


- Am Heimweg im Uber, als wir das Auto schon zurückgegeben haben, sehen wir noch ein Highlight:
- Einen Raketenstart aus dem Uber – und man siehts tatsächlich gut! Selbst der nüchterne Uber Fahrer wird ein bisschen von meiner Begeisterung angesteckt und meint, so etwas sei ihm auch noch nie passiert (Ich gehe davon aus, er meint den Enthusiasmus eines Fahrgastes dabei, einen Raketenstart vom Auto aus zu sehen, denn Raketenstarts selbst passieren hier ständig).

