
Kingston, die lebendige und geschäftige Hauptstadt
Jamaikas.
Dienstag, 5. Dezember 2023
Die Dancehall Studios und der Bankomat
- Per Flug ab St. Martin erreichen wir Kingston, Jamaika – nicht zu verwechseln mit Kingston in Kanada, welches auch von den Briten besetzt war und wo sich dementsprechend auch ein ehemaliges Fort befindet (das wir mit meiner Family vor ein paar Jahren besucht haben).
- Im Flugzeug unterhalte ich mich mit einem Fluggast, Shave, der neben mir sitzt, und wir kommen ins Gespräch, da er blind ist und ich ihm erkläre, was sich in den dürftigen Snacksackerln, die wir am Flug bekommen, befindet – immerhin sind es drei Packerln und nicht wie bei der AuA ein kleines Stück Schoki.
- Er erzählt, dass es noch ein bisschen weit her ist mit Mobilitätserleichterungen für Seh- oder auch Hörbehinderte in Jamaika.
- Außerdem unterhalten wir uns über Musik, denn er ist sehr musikbegeistert und hat sogar etwas in die Richtung studiert – und erzählt genau von den ganzen verschiedenen Musikrichtungen, die Jamaika prägen und die Jamaikaner geprägt und kreiert haben: Angefangen von Ska und Mento bis hin zu Reggea, was ja wirklich DIE Assoziation mit Jamaika hervorruft – genauso wie Rum übrigens.
- Ich frage Shave, wovon Jamaikaner heute so leben, wenn nicht vom Tourismus und der Musik, und er meint, dass Jamaika viele Güter exportiert, „Rum, zum Beispiel“, meine ich nickend und Shave stimmt lachend zu.
- Kurz darauf sehe ich ein großes Schiff, dass im Hafen von Kingston gerade beladen wird und erzähle Shave davon, er meint: „Ja, mit Rum.“
- Vom Flughafen nehmen wir ein Taxi, was gut ist, denn der Flughafen liegt ein ganz schönes Stück von Kingston entfernt auf der Straße, die gefühlt mitten durchs Meer nach Port Royal führt.
- Wir passieren Kingston Downtown und fahren noch ein Stück weiter nach Kingston Uptown, wo sich unser Hostel befindet, die Dancehall Studios.
- Diese sind schwer auffindbar und diejenige, die es betreibt, schwer erreichbar, weshalb wir erleichtert sind, dass unser Taxifahrer darauf besteht, mit uns zu warten, bis sie erscheint und uns in Empfang nimmt – das ist übrigens das erste und letzte Mal, dass wir sie zu Gesicht bekommen.
- Die Studios liegen in einer sonst eher nur von Einheimischen bewohnten Gegend von Kingston und als wir uns wenig später auf die Suche nach einem Bankomaten machen, finden wir einen mit einer riesigen Schlange davor.
- Wir haben schon gelesen: Man soll unbedingt nur bei Bankomaten abheben, die so wie eine Telefonzelle (falls ihr euch noch erinnern könnt) verschlossen werden können und finden es ein bisschen dubios, als alle in unserer Schlange beginnen zu diskutieren mit einem, der anscheinend unerfolgreich herauskommt, ob der Bankomat eh richtig funktioniert.
- Wir wagen es und versuchen unser Glück und es stellt sich heraus: Der Bankomat funktioniert einwandfrei und wir verlassen ihn mit Taschen voller Jamaikanischer Dollars.
- Ein paar davon nutzen wir sogleich um uns am Heimweg ur leckere Sandwiches zu kaufen, die wir gemütlich einen Film schauend in unserem Zimmer verzehren – gute Nacht!
Mittwoch, 6. Dezember
Port Royal – die berühmt-berüchtigte Piratenstadt und das Atlantis der Karibik
- In der Früh geht es los, ab zur Busstation, von wo aus wir mit einmal umsteigen zum Bob Marley Museum zu fahren gedenken.
- Gerade als wir auf dem Weg dorthin sind, kommt uns der Bus 30 entgegen, mit dem wir fahren wollen – na super, aber Google Maps behauptet immerhin, dass der Bus alle halben Stunden fahrt.
- Direkt neben der Busstation – strategisch günstig gelegen – finden wir ein kleines Standerl, das Fruchtsmoothies verkauft, wo ich gleich zuschlage und einen solchen bestelle.
- Das braucht eine Zeit lang, denn der Typ bereitet ihn ganz frisch zu, schnippelt Früchte und schaltet dann den Generator ein, was klingt wie ein startendes Motorrad, so dass er sie alle in seinem Mixer mixen kann.

- Kein Problem, denn in der halben Stunde, die er braucht, kommt nichts außer einigen Sammeltaxis vorbei.
- Schließlich kommt ein 31er, den wir aber nicht nehmen können zum Bob Marley Museum, da er eine andere Strecke fährt.
- Als allerdings nach einer Stunde immer noch weit und breit nichts vom 30er zu sehen ist und ein zweiter 31er kommt, geben wir auf und beschließen da jetzt einzusteigen, wohin auch immer er uns bringt.

- Nach „Downtown“ meint die Fahrerin – gut, Downtown it is.
- Während der Fahrt kommen wir drauf, dass aus Downtown vom Hauptplatz dort, „Parade“, auch der Bus nach Port Royal fahren soll.
- Passt, wir kommen also bei South Parade an und spazieren zu North Parade, die andere Seite des Platzes – was übrigens eher als „rennen möglichst schnell über mehrere mehrspurige Straßen“ als spazieren bezeichnet werden kann.
- Dort sehen wir einen Bus, der gerade wegfährt und ich erkenne schon unheilschwanger eine „8“ hinter einer anderen Zahl.
- Wir sprinten los und sehen – es ist wirklich der 98er nach Port Royal.
- Ich winke wild dem Busfahrer, der sich als gnädig erweist und mitten auf der Straße netterweise stehen bleibt, um uns und auch noch zwei nach uns eintreffende Fahrgäste mitzunehmen – da haben wir ja diesmal einmal Glück mit dem Bus gehabt!
- Und somit ist es beschlossen, wir fahren heute doch nicht zum Bob Marley Museum, sondern nach Port Royal.
- Auf der Busfahrt lesen wir also noch schnell im Reiseführer nach, was dort zu Port Royal steht, und finden folgendes heraus:
- Port Royal war vor Kingston die Hautpstadt der Insel und eigentlich die Hauptbefestigungsanlage, die die Engländer, nachdem sie die Insel im 17. Jahrhundert von den Spaniern „eroberten“, errichteten.
- Fun Fact: Die Engländer waren eigentlich auf die größere Insel Hispaniola aus, auf der sich die heutige Dominikanische Republik und Haiti befinden, doch diese verteidigten die Spanier zu gut und drum gab es eine spontane Planänderung der Engländer und sie entschieden sich doch, das deutlich schwächer bis gar nicht verteidigte Jamaika einzunehmen.
- Dort errichteten sie dann also das Fort in der schon bestehenden Stadt Port Royal – allerdings fiel diese im Jahr 1692 einem Tsunami und Erdbeben zum Opfer und versank ein bisschen wie Atlantis ins Meer.
- Bis heute findet man versunkene Häuserruinen im Meer, die man natürlich auch tauchend erkunden kann.
- Heute ist die Hautpstadt Kingston und Port Royal hat völlig an Bedeutung verloren, bis auf ein paar Touristen, die sich wegen des Forts hierher verirren und ein paar Kingstoniern, die hierher kommen zum Meeresfrüchte und Fisch essen, geschieht so gut wie nichts.
- Das ist übrigens auch immer das, was uns Leute in Kingston fragen, wenn wir ihnen erzählen, dass wir in Port Royal waren „Ah, did you eat seafood?“
- Auch wenn wir nachher natürlich auch Fisch essen, gehören wir eigentlich zur Kategorie „Touristen, die sich wegen des Forts hierher verirrren“ und machen uns drum von der Busstation in sengender Mittagshitze auf zum Fort.
- Dort ist nichts los und wir übersehen drum fast das Häusschen, wo man Tickets kaufen kann.
- Mit den erstandenen Tickets betreten wir das Fort und finden dort schon unsere Führerin und drei weitere Touristen, die auf die Führung warten.

- Gott sei Dank gibt es einen großen Baum, unter dessen dichtem Blätterdach man in dem offenen Innenhof Schatten finden kann – was bei der Mittagshitze auch notwendig ist.
- Die andere Touristengruppe stellt sich als nur teilweise Touristen heraus, die Frau erzählt uns, dass sie aus Jamaika ist und in Kingston wohnt und der Mann ist sie gerade mit seiner Tochter besuchen – sie fragt uns auch gleich, ob wir eh noch das Bob Marley Museum besuchen.








- Die Führerin macht ihren Job super und erzählt uns echt viele Dinge über das Fort und auch die Geschichte der Insel.
- Jamaika war eine der berühmt-berüchtigtsten Piratenzufluchtsinseln und Port Royal ein beliebter Hafen für Piratenschiffe, da hier recht großzügig ein, zwei Augen zugedrückt wurden, wenn man als Pirat nicht englische Schiffe sondern eben spanische, französische oder niederländische kaperte.
- Henry Morgan, ein einst berühmter Pirat, wurde später sogar Gouverneur der Insel.
- Unsere Führerin erklärt auch, dass Piratenfahnen keineswegs nur schwarz mit Totenkopf drauf waren, sondern im Gegenteil jeder Pirat seine eigene Flagge hatte, von denen auch mehrere im Fort aufgehängt sind.






- Im Fort selbst befinden sich mehrere kleine Häuser, in denen sich unter anderem das Haus befindet, in dem die Soldaten hausten, ein kleines Gefängnis und das Magazin, in dem die Munition gelagert wurde.

- Außerdem sehen wir auch die Latrinen, die wie römische Latrinen zu Unterhaltungen am Klo einluden.




- Das Highlight befindet sich außerhalb des Innenhofes des Forts in einem vorgelagerten Bereich und ist das „Giddy House“.
- Als die Führerin dieses zum ersten Mal erwähnt, lacht die einheimische Frau, die mit dabei ist, laut auf und meint „Oh, yes, I remember it – we visited the Fort with school and this was the highlight of the tour!“
- Wir stellen sogleich fest, warum: Das Haus wurde während eines Erdbebens so erschüttert, dass nun der Boden und alles ganz schief ist und heißt so, weil man sich fast wie betrunken fühlt, wenn man hindurchgeht.



- Das probieren wir natürlich sofort einer nach dem anderen aus und haben eine Menge Spaß dabei! =)
- Zum Schluss schauen wir noch zu dem Replika einer großen Kanone, die deshalb so besonders war, da man sie mit einem Mechanismus in den Boden lassen konnte.
- Dieser Mechanismus wurde nachgebaut und nun gibt es eine live Demonstration, wie das ausgesehen haben könnte, wenn sie in Verwendung gewesen wäre – gewesen wäre, denn das Fort wurde nie angegriffen.

- Die Demonstration wird untermalt von Schüssen, die vom nahegelegenen Militärübungsplatz herüberschallen – besser hätten sie den Sound auch nicht hinbekommen, meint unsere Führerin.
- Das ist auch schon das Ende der Führung und wir schauen uns eine Runde in Port Royal um, was ein Rundgang von ca. 10 Minuten ist, denn heute ist die einstige Stadt wirklich nur noch ein kleines Fischerdorf, bevor wir uns gemütlich in das Fischrestaurant Gloria setzen.



- Dort treffen wir prompt auch die Gruppe von der Führung wieder, die natürlich auch den Ausflug hierher mit einem Besuch in einem Fischrestaurant abschließt – das ist immerhin sonst der einzige Grund, warum Kingstonier überhaupt hierher fahren.
- Das Restaurant ist bekannt, haben wir schon gelesen, für die seeehr langen Wartezeiten (die man scheinbar überall auf Jamaika hat, wie wir später feststellen) und das können wir bestätigen – wir haben seehr lange auf alles gewartet.
- Das macht nichts, denn wir haben ja Zeit und man sitzt so halboffen draußen auf ihrer Dachterrasse, von der aus man den Hafen von Kingston und ein Stück Meer überblickt, was die Wartezeit nur halb so schlimm macht.
- Das Essen ist köstlich und wir verstehen, warum Kingstonier hierher kommen zum Essengehen.
- Mit dem Bus fahren wir dann wieder retour nach Kingston zur Parade, wo unser 30er Bus uns wieder einmal im Stich lässt, weshalb wir froh sind, als wir einen Alternativbus (auf Google Maps) finden, der uns zum Einkaufszentrum, wo wir am ersten Abend Geld abheben waren, bringt.




- Die Schlange vorm Bankomaten ist wieder super lang – das scheint Normalzustand zu sein.
- Wir lassen den Abend wieder mit einem Film ausklingen.
Donnerstag, 7. Dezember
One Love – Bob Marley
- Wir schlafen heute aus, zu meiner Freude – yeah!
- Dann beschließen wir, unser Glück noch einmal mit dem 30er Bus zu versuchen.
- Bei der Busstation packt mich der Wagemut und ich bestelle Power Smoothies beim Fruchtsmoothie Stand – den „Dragon“ Smoothie, den ein Typ gestern uns empfohlen hat.
- Da der Smoothie ganz frisch vorbereitet wird, dauert das ganze Prozedere geraume Zeit und ein bisschen nervös schaue ich schon immer wieder auf die Straße, ob der Bus schon kommt.
- Kaum haben wir die fertigen Smoothies und das Wechselgeld in der Hand, biegt der Bus um die Ecke – ich kann unser Glück nicht fassen.
- „Perfektes Timing“ – sage ich da nur.
- Mit dem richtigen Bus diesmal geht es also in die Stadt hinein, bis zur Station, wo wir in den 75er umsteigen sollen.
- Dieser fahrt anscheinend in ähnlich crazy Frequenzen wie der 30er und daher ist weit und breit keiner in Sicht, als eines der Sammeltaxis neben uns hält und uns vorschlägt, uns zu Half Way Tree mitzunehmen, von wo aus wir ein weiteres Sammeltaxi Richtung Papine nehmen können.
- Wir willigen also ein und ich freue mich, dass wir dieses Verkehrsmittel auch einmal testen – die Sammeltaxis sind ähnlich wie die in Uganda: Sie bleiben überall, wo man möchte, stehen und nehmen so viele Leute mit, bis sie zum Bersten voll sind – „So etwas bräuchte man in LA.“ meine ich zu Matthäus, „Schon, wo schon ein Auto mit zwei Passagieren als Fahrgemeinschaft gesehen wird.“ entgegnet dieser.
- Keine fünf Minuten sind wir gefahren, da verwandelt sich meine Freude in Verwirrung, denn anscheinend bricht dank uns ein riesen Streit zwischen einigen Fahrgästen und dem Fahrer aus und irgendwie beschleicht mich das ungute Gefühl, dass wir ein Auslöser oder zumindest ein Funke dafür sind, denn der Fahrer sagt immer wieder „We have visitors, it is embarassing how you behave.“
- Naja, er zeigt uns sehr freundlich, wo wir aussteigen müssen und wo unser nächstes Sammeltaxi losfahrt und als wir ein kleines bisschen verwirrt in der Gegend herumrennen, hilft uns auch sofort eine Dame weiter, die meint „The Taxi to Papine? It leaves from there!“ – insgesamt erfährt man schon echte Gastfreundschaft hier.
- Mit dem nächsten Sammeltaxi geht es also bis direkt vor die Tür vom Bob Marley Museum.

- Dort sehen wir endlich einmal andere Touristen als die zwei, die sich das Fort Charles angeschaut haben und vor allem – zum ersten Mal – auch weiße Touristen.
- Diese schauen allerdings alle so aus, als würden sie eher schon vororganisierte Touren gebucht haben, denn fast niemand von ihnen rennt ohne Guide herum, der für sie die Tickets organisiert.
- Zusammen mit den Guides stellen wir uns also in die Ticketschlange und erfahren, dass man das Haus nur im Zuge einer Führung besuchen kann und wir noch ein bisschen Zeit haben, bis sie beginnt.
- Zeit für Kaffee also, nice!


- Unser Guide, Iris, ist total crazy und ausgeflippt, aber schon auch leiwand – und unsere Gruppe besteht zum Großteil aus Touristen aus der Karibik, die Bob Marley und insbesondere alle seine Songs gut kennen und daher gut mit Iris mitsingen und mitinteragieren – sehr lustig das Ganze.
- Wir erfahren, dass Bob Marley dieses Haus gekauft hat in den 70er Jahren, als er schon etwas berühmter war und ihn Leute darauf ansprachen, da hier, auf der Hope Road, immerhin der Prime Minister fast nebenan wohnt – ob er denn da reinpasse, worauf Bob Marley erwidert haben soll „I bring the Ghetto uptown.“
- Ansonsten hat Bob Marley hier auch ein Recording Studio eingerichtet, das seine Kinder dann noch ausgeweitet und ausgebaut haben.
- Sein Lieblingsraum im Haus war eine Art Wintergarten, von dem aus man den Blue Mountain Peak sehen kann und in dem eine Hängematte hängt, in der er öfters gelegen haben soll.
- Er war ein Anhänger der Rastafari Ideologie, die vorsieht, dass man sich gesund und natürlich ernährt, keinen Alkohol trinkt, aber anscheinend keine Bedenken hat bezüglich Gras (Marihuana), ganz im Gegenteil – denn davon war Bob Marley ein großer Fan.
- Beim Eingang gibt es gleich ein Hochzeitsfoto von Bob Marley mit seiner Frau, Rita, auf dem Bob Marley noch keine Rastas und stattdessen ganz kurz geschnittene Haare hat, und Iris erzählt begeistert, dass Obama, als er hier auf Besuch war mit seiner Familie, begeistert vor dem Bild stehen geblieben ist und gesagt hat „Bob Marley looks like me“ – ich muss sagen, tatsächlich schaut er mit so kurzen Haaren sehr ähnlich aus.

- Es gab einen versuchten Mordanschlag auf Marley in ebendiesem Haus, von dem man immer noch die Einschlaglöcher sieht – durch enormes Glück sind alle Bandmitglieder und Bob Marleys Mum, die auch im Haus war zu dem Zeitpunkt, ungeschoren davongekommen und haben nur leichte Verletzungen erlitten, weshalb sie dann auch zwei Tage später aufgetreten sind – am berühmten „One Love“ Konzert in Jamaika.
- Bob Marley ist sehr jung, im Alter von 36 Jahren, verstorben, da er Krebs hatte – obwohl er noch kurz zuvor einige Konzerte in den USA gab, sein letztes in Philadelphia im Jahr 1980.

- Zum Abschluss der Tour schauen wir noch einen kurzen Film, in dem auch Originalaufnahmen von Bob Marley vorkommen.
- Insgesamt meint Matthäus später, das Museum hat eher mehr Personenkult und -verehrung betrieben, als über Bob Marley den Musiker zu berichten.

- Wir machen uns zu Fuß auf zum nahegelegenen Devon House, einer Villa aus dem 19. Jahrhundert, deren Garten heute ein beliebter Chillplatz für Kingstonier ist und dessen Stallungen und Bedienstetenhäuser heute voller Restaurants und kleiner Geschäfte sind – sehr nett.
- Es dauert zwar ein Zeiterl, bis wir den Eingang finden, aber wir sehen schon beim Vorbeigehen die Grünflächen, auf denen einige Leute im Schatten der Bäume chillen.

- Schließlich entdecken wir den Eingang und auch einige der Leute, die wir schon beim Bob Marley Museum gesehen haben – allerdings chillen die meisten in den Restaurants, die das Haus selbst umgeben.




- In dieses gelangt man nur mit einer Führung, für die wir uns auch gleich anmelden und ganz überrascht sind, als außer uns nur noch eine Kanadierin dabei ist.
- Diejenige, die die Führung macht, macht ihren Job sehr gut und erklärt, wann das Haus errichtet wurde, welche Familien darin wohnten und welcher Raum für was bestimmt war.
- Es wurde gebaut vom ersten schwarzen Millionär auf Jamaika, der sein Vermögen mit einer Goldmine in Südamerika machte und dann 99 Grundstücke in Jamaica kaufte (100 war nicht erlaubt).

- Durch die große Eingangshalle erreichen wir das Spielezimmer, in dem ein Spieletisch mit Backgammon und Schach und einem dritten Spiel, dessen Namen ich vergessen habe, ist.

- Außerdem sehen wir den Patio, mit einem schachbrettartigen Fließenbelag, der schön über den Garten hinausblickt, den Masterbedroom, ein Damen-Teezimmer, einige Badezimmer und einige andere Zimmer, großteils noch original möbliert.






- Bei der Führung ist auch ein gratis Eis aus dem Eisgeschäft, das sich in der Sammlung an kleinen Geschäften draußen befindet, dabei – das viertbeste Eisgeschäft der Welt, wie unsere Führerin erklärt und wie Matthäus auch irgendwo gelesen hat.
- Dieses lassen wir uns natürlich nicht entgehen und es ist wirklich sehr lecker.

- Vorher gehen wir aber noch im Steakhouse, das sich auf einer weiteren Veranda des Devon Hauses befindet, essen.
- Es ist sehr, sehr schön und man überblickt den voll netten Hof, um den alle Geschäftchen gruppiert sind und der sehr schön begrünt ist.
- Gestärkt mit Essen und Eis machen wir uns auf den Rückweg, den wir zu Fuß gehen, um ein bisschen die Teile der Stadt zu sehen, die man sonst nicht so zu Gesicht bekommt.
- Wir kommen zunächst durch das Botschaftsviertel, wo wir die Deutsche und Kanadische Botschaft sehen.
- Und erreichen dann ein bisschen weniger fancy Wohnviertel, die aber trotzdem noch fancy genug sind.
- Zwischen den Häusern befinden sich immer wieder große Shoppingcenter und Tankstellen – und natürlich gehen wir immer an großen Straßen entlang, was nicht ganz so idyllisch ist, muss ich sagen.






- Im Sonnenuntergang, der gerade eingesetzt hat, schaut aber alles deutlich schöner aus als untertags – immerhin.
- Daheim fallen wir nur noch müde ins Bett, schauen einen Film und lesen noch ein bisschen.
Freitag, 8. Dezember
Ciao Kingston
- Wir haben zwar über unsere Unterkunft ein Taxi um 8 Uhr bestellt, aber man hört und sieht weder etwas von einem Taxi noch von irgendjemanden, der zur Unterkunft gehört – alles beim Alten sozusagen.
- Daher machen wir uns selbstständig und fahren mit einem Uber zum Busbahnhof, von wo aus unser Bus nach Negril fahrt.
- Als das Uber ankommt, will ich in alter Gewohnheit vorne rechts einsteigen, nur um dann festzustellen, dass sich dort der Fahrersitz befindet – ups – ähnlich wie in dem XKCD comic im Bild unten.

- Beim aus der Stadt Hinausfahren erkennen wir einige der Gegenden, durch die wir gestern spaziert sind, wieder.
