
Unser Ausflug zu den Schlössern Neuschwanstein
und Hohenschwangau, Deutschland.
Freitag, 19. Jänner
Neuschwanstein – The Cinderella Castle
- Wir machen den Ausflug, den wir circa schon seit 10 Jahren machen wollen, und fahren heute endlich einmal zum berühmten Schloss Neuschwanstein, oder wie Fritz es immer nennt „Cinderella Castle“, denn so bezeichnen es die Kinder und Jugendlichen, die auf Austausch hierherkommen. Und so erlangte es wohl auch seine Berühmtheit.
- Als wir aus Grafrath in der Früh losstarten, sind wir begeistert, denn es schneit und alles schaut nach Winterwonderland aus. „Boah, wenn es so in Neuschwanstein ausschaut, dann wird das ein echt toller Ausflug“, meine ich zu Fritz.
- Mit dem Auto kommen wir durch den Ort Landsberg am Lech und überqueren dabei einen Fluss. Ich frage Matthäus: „Ist dieser Fluss die Iller?“ (Erst denken, dann reden….)
- Es ist eine „romantische Basilika“ ausgeschildert, ich schau aus dem Fenster, „Ah, ich seh sie!“. Beim zweiten Hinschauen: „Ah, nein doch nicht – das ist weder romantisch noch eine Basilika.“, kurz darauf sehen wir ein großes Schild „Kaserne“ – nicht mein hellster Tag heute…
- Wir erreichen den Ort Hohenschwangau um 10:40 Uhr, unser Ticket ist für 11:20 Uhr reserviert und auf dem Schild für den Fußgängerweg hinauf steht „45 Minuten“ und es liegt Schnee!

- Daher gehen wir so schnell wie möglich auf dem Weg voller Schneegatsch hinauf, mehrere asiatische Touristengruppen überholend, die mit ihren glatten Schuhen herumschlittern. Immerhin gutes Schuhwerk haben wir, schließlich fahren wir anschließend weiter zur Skitour.
- Und wir schaffen die Strecke in 20 Minuten, wodurch wir unerwarteterweise überpünktlich da sind.
- Jetzt im Winter fahren übrigens gar keine Busse hier hinauf, „nur“ Pferdekutschen.


- Gebaut wurde das Schloss von dem bayerischen König Ludwig II. im 19. Jahrhundert, der allerdings vor der Fertigstellung gestorben ist, wodurch es nie vollendet wurde.

- Er wollte in dem Schloss ausschließlich alleine leben, na gut, mit einem Personal von 40 Personen.
- Das Schloss war für ihn Denkmal der Kultur und des Königtums des Mittelalters und eine Art Eskapismus-Projekt – hier konnte er sich ganz vom Alltag in sein sehr idealistisch aufgebautes Bild der mittelalterlichen Welt zurückziehen. Trotz des Mittelalter-Themas ist das Bauwerk ausgestattet mit damals modernster Technik – Ludwig II. war auch ein ganz schöner Technik-Freak und wollte in seinen Gebäuden immer den neuesten Stand der Technik einbauen.


- Zum Beispiel wurde zum Bau Stahl verwendet, wie beim Bau von Wolkenkratzern, von denen eh um die Zeit die ersten in den USA gebaut wurden. Darum war es überhaupt möglich, ein solch großes und hoch emporragendes Schloss mit so großen, ausufernden und hohen Räumen statisch zu verwirklichen. Es gibt eine moderne Wohnraumlüftung, die die Temperatur der Räume konstant auf 12-13 Grad gehalten hat.











- In einem riesigen Thronsaal steht ein Thron aus Elfenbein, der vergoldet wirkt, wenn die Sonne im richtigen Winkel einfällt.
- Es erinnert mich ein bisschen an Dumbledores Goldbecher in Harry Potter. (Genaueres nachzuhören im „5 Minuten Harry Podcast“.)
- Passenderweise gibt es auch Muggelsteine, wobei ich keine Ahnung mehr habe, was es mit diesen auf sich hat.
- Das Symbol der Gegend war offenbar ein Schwan und somit findet man Schwäne überall, zum Beispiel gibt es Schwan-Türklinken.

- Wir genießen noch ein bisschen die tolle Aussicht von dem inmitten der Voralpenberge liegenden Schloss und gönnen uns einen Kaffee in dem wirklich nett eingerichteten Kaffeehaus, wo erstaunlich wenig los ist.


- Wir haben überhaupt das Gefühl, die meisten Touristen, die hierherkommen, reisen als Gruppe und da wird, zack zack, weitergemacht mit dem Programm. Dagegen wirkt unser Sprint hinauf ja fast noch wie ein Spaziergang.
- Da die Sonne herauskommt und wir schon einmal hier sind, beschließen wir auch noch das Schloss Hohenschwangau zu besuchen, das etwa 30 Minuten Fußweg von hier entfernt liegt.

- Ludwigs Vater Maximilian ließ die hier stehende Burg in ein Schloss ausbauen und offenbar verbrachte Ludwig hier auch einige Sommer und wurde dann inspiriert zum Bau von Neuschwanstein auf einem nahegelegenem Hügel.
- Im Licht der Sonne und neben dem strahlend weißen Schnee wirkt das Gelb des Schlosses deutlich beeindruckender als das Grau von Neuschwanstein und ich finde es fast schöner anzusehen (aber vielleicht bin ich gebiased von gelben Schlössern wegen Schönbrunn- mein Maßstab aller Schlösser).


- Am Weg hinauf entdecken wir eine ehemalige Orangerie, die heute als Kirche benutzt wird und die zu unserer Überraschung offen ist.



- Die Führung durch das Schloss ist deutlich entspannter als in Neuschwanstein – es sind natürlich auch viel weniger Besucher da und wir haben alle Zeit der Welt. Daher erzählt der Guide auch alle möglichen Geschichterln und Fun Facts, wobei auch alle möglichen lustigen Theorien daherkommen.









- Wie auch in Neuschwanstein interessiert sich niemand für Maximilian, alle möchten alles über Ludwig erfahren und aus irgendeinem Grund kommen wir auf das Thema „Verschwörungstheorien zu Ludwigs Tod“. Die Diskussion geht in abstruse Richtungen, bis unser Guide nüchtern sagt: „Ich sag immer: Das Gute ist, jeder kann seiner Lieblingstheorie anhängen.“ – und uns damit auf einem Schlag sehr sympathisch ist.
- Er zeigt uns ein Foto, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick auf den Alpsee und die dahinterliegenden Berge hat. Und macht es extra dramatisch, indem er die Fensterflügel aufstößt und allen ein „Wooow, meeega!“ entfährt. Ich: „Das ist aber gegen die Sonne!“- Hauptsache gsudert…

- Ein Spaziergang um den Alpsee geht sich leider nicht mehr aus, denn schon geht es weiter, ab zu Margit, Julia, und Jayden, bei denen wir unsere Hochzeitsactivity „Gesellige Mahlzeit“ einlösen!
