Planung des E5 in Frankreich

Über den Verlauf des E5 in Frankreich,

wo wir Unterkünfte gefunden haben

und was wir gegessen haben. 

Etwa 2000 Kilometer des insgesamt 3000 Kilometer langen Europäischen Fernwanderweges E5 verlaufen durch Frankreich. Also auf zwei Dritteln der gesamten Wegstrecke des E5 wandert man durch die verschiedensten Regionen Frankreichs. Dieser Wegabschnitt ist nicht nur wunderschön, sondern auch sehr abwechslungsreich und es ist für alle wanderbegeisterten etwas dabei: von Küstenpfaden über Waldwege bis zu Bergetappen.

Für alle, die gerne auch ein bisschen vom E5 in Frankreich erleben möchten, biete ich hier einen Überblick darüber, wo dieser genau verläuft, wie wir unsere Übernachtungen und Etappen geplant haben und wie wir uns unterwegs versorgt haben.

Wegverlauf

[osm_map_v3 map_center=“autolat,autolon“ zoom=“autozoom“ width=“100%“ height=“450″ file_list=“https://mmaroundtheworld.eu/wp-content/uploads/2025/02/europaischer-fernwanderweg-e5-frankreich.gpx“ file_color_list=“green“ file_title=“E5 Frankreich Waymarkedtrails“]

Der E5 startet am Pointe du Raz und führt zunächst über den Zöllnerpfad entlang der bretonischen Küste, bevor er durch das Landesinnere der Bretagne, entlang des Kanals de Nantes a Brest und durch den sagenumwobenen Foret de Broceliande wieder in Saint Malo auf die bretonische Küste und damit den Zöllnerpfad trifft und diesen entlang zur wirklich sehenswerten Klosterinsel Mont Saint Michel führt.

Von dort geht es in mehreren Tagesetappen durchs Landesinnere und durch einige Nationalparks voller Wälder über Versailles nach Paris hinein, wo man der Seine folgt und so Paris in Richtung Süden und hin zum berühmten Outdoorziel aller Boulderfans, dem Fontainebleau Wald, wieder verlässt.

Nun folgt man der Seine, die einen geradewegs hineinführt in die charmante Champagne mit sehr netten Übernachtungsmöglichkeiten, sehr gutem Essen und natürlich dem köstlichen Champagner. Ab hier folgt man Pilgerwegen, darunter dem Jeanne d’Arc Weg und der Via Francigena, vorbei an der sehr sehenswerten Klosteranlage Abbaye de Clairvaux bis hin zum Lac du Liez.

Durch wunderschön ländliche Landschaft gelangt man dann nach Remiremont, von wo aus der Weg geradewegs auf die ersten Bergetappen hinein in die Vogesen führt. Von dort aus sind es nur noch wenige Tagesetappen wahlweise nach Basel, von wo aus man der Via Rhenana entlang des Rheins folgen kann, oder nach Lucelle, wo offiziell der E5 in Frankreich endet, von wo aus man dann weiter Richtung Rhein wandern kann.

Welchen Wegen/ Markierungen/ GRs folgt man auf dem E5?

Der E5 ist in Frankreich nur an den wenigsten Stellen als „E5“ beschildert. Stattdessen folgt er schon vorhandenen Wanderwegen, meistens den großen französischen Wanderpfaden, den GRs (Chemins de Grandes Randonnées).

Unten findet ihr die Liste, auf welchen Teilstücken des E5 man welchen GRs folgt und welchen Etappen auf unserer E5 Route das entspricht:

  • GR® 34: Point du Raz (Finistère) – Pentrez-Plage (Finistère), Etappen 1-3

  • GR® 37: Pentrez-Plage (Finistère) – Etang de Néal (Côtes-d’Armor), Etappen 4-20

  • Liaison GR® 34 – GR® 37 : Etang de Néal (Côtes-d’Armor)- Saint-Malo (Côtes-d’Armor), Etappen 21-22

  • GR® 34 : Saint-Malo (Côtes-d’Armor) – Mont-Saint-Michel (Manche), Etappen 23-26

  • GR® 22: Mont-Saint-Michel (Manche) – Paris, Etappen 27-45

  • GR® 2: Paris – Mussy-sur-Seine (Aube), Etappen 46-57

  • GR® 703: Mussy-sur-Seine (Aube) – Abtei von Clairvaux (Aube), Etappen 58-59

  • GR® 145: Abtei von Clairvaux (Aube) – Perrancey-les-Vieux-Moulins (Haute-Marne), Etappen 60-63

  • GR® 7Perrancey-les-Vieux-Moulins (Haute-Marne) – Ballon d’Alsace (Haute-Saône), Etappen 64-72

  • E5 (selbst gelegt): Ballon d’Alsace (Haute-Saône) – Basel, Etappen 73-75

Hier noch zwei Anmerkungen zum Wegverlauf:

Offiziell verläuft der E5 in Paris anders und führt eher östlich aus der Stadt heraus, statt wie wir gegangen sind einfach der Seine entlang südlich hinaus. Wir haben das Kartenmaterial allerdings lange studiert und sind nicht recht schlau daraus geworden, weshalb wir uns letztendlich dazu entschlossen haben, einfach dem GR2, einem sehr schönem Wanderweg, zu folgen.

Ähnlich verwirrend war die Lage in Richtung Schweizer Grenze, wo man schon ab dem Ballon d’Alsace Angaben findet wie „E5 en propre, non supporté par un GR national“, was so viel bedeutet wie „E5 selbst gelegt, nicht von einem nationalen GR unterstützt“. Wir haben relativ wenige Quellen gefunden, wo genau dieser dubiose selbst gelegte E5 verlaufen soll. Zusätzlich hat sich die Frage gestellt, was wir machen, sobald wir bei Lucelle die Schweizer Grenze überquert haben, denn in der Schweiz startet der E5 offiziell in Basel am Rhein, was ungefähr 35 Kilometer weiter nordöstlich liegt. Nach einigem Hin und Her haben wir uns am Ende dazu entschlossen, Lucelle auszulassen und den E5 auf dem Stück zwischen Ballon d’Alsace und Basel selbst entlang lokaler Wanderwege zu legen.

Übernachtungen

Wir haben meistens versucht, unsere Übernachtungen zumindest ein oder zwei Nächte im Vorhinein zu buchen. In Nationalparks oder Gegenden, wo sich die Unterkunftssuche als schwierig gestaltet hat, haben wir manchmal allerdings auch einige Nächte im Voraus gebucht, um unsere Wege schon entsprechend anzupassen und nicht doch im Biwak schlafen zu müssen.

Unser erster Orientierungspunkt (Was gibt es überhaupt? Wo gibt es überhaupt was?) war Google Maps, auf das wir unsere Strecke als GPX file importiert haben, so dass wir immer gesehen haben, ob Unterkünfte am Weg liegen oder zumindest in der Nähe.

Als zweite Anlaufstelle haben wir dann kleinere und größere Platformen genutzt, eine Liste findet ihr hier:

Aber im Prinzip haben wir meist keine große Auswahl gehabt, denn beim Wandern ist es schon wichtig, dass Unterkünfte direkt oder nahe am Weg liegen, und die Distanzen zwischen Unterkünften als Tagesetappe machbar sind.

Etappen

Die Etappenplanung war eine Kombination aus Übernachtungsmöglichkeiten und dementsprechender Weglegung. Meistens war es kein Problem, dem ursprünglichen E5 Wegverlauf zu folgen, aber in manchen Nationalparks waren die Übernachtungsmöglichkeiten so rar und weit auseinander, dass wir ein bisschen umdisponiert haben. Im Schnitt sind wir 25 Kilometer am Tag gewandert, aber je nach Tagesverfassung und Übernachtungslage hat die Etappenlänge natürlich variiert.

Versorgung und Verpflegung

„Wir wandern mitten durch Frankreich, da wird das mit der Essensbeschaffung doch kein Problem sein!“, haben wir gedacht und sind da ein bisschen falsch gelegen. Teilweise sind wir tagelang durch keinen Ort mit Supermarkt gekommen auf dem Weg, das heißt an dieser Stelle ein Wort der Warnung: Die Essensbeschaffung erfordert doch auch ein bisschen Planung.

Apotheken und Supermärkte haben in Frankreich auch nicht ständig offen, teilweise sind wir an Feiertagen durch Orte gekommen, die dann wie ausgestorben waren. Also unbedingt vorher prüfen, ob die Supermärkte, die am Weg liegen, auch geöffnet sind an den Daten und Uhrzeiten, an denen man an ihnen vorbeikommt. Ähnlich ist es mit Apotheken, diese haben oft sogar Mittagspause, da muss man sogar Uhrzeit-technisch aufpassen, wann diese geöffnet sind.

Essen haben wir uns immer proviantweise mitgenommen, was gut war, denn Restaurants in Frankreich haben oft nur zu Mittag und am Abend offen und es erfordert einiges an Timing und Planung, dass man es schafft gerade zur Mittagszeit an einem Restaurant vorbeizukommen.

Nützliche Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert