
Route 66 – Abschnitt 3
von Claremore, Oklahoma bis Amarillo, Texas
Sonntag, 22.Oktober 2023
„Road Closed“ und „Ist das die Brücke?!“
Claremore, Oklahoma – Hinton, Oklahoma (957 Meilen/ 1531 km)

- Gemütliches Frühstück im Hotel – Plastikgeschirr über Plastikgeschirr und dazu Instant Kaffee – gekrönt von dem Fernseher, der konstant einen „christlichen“ Sender zeigt, in dem die wildesten Verschwörungstheorien „diskutiert“ werden.


- Positiv bemerken muss man, dass man wieder selbst Waffeln machen kann (leicht bedienbare Waffeleisen scheinen hier zur Standardausrüstung von Hotels zu gehören) – leider ist das Waffeleisen alt und die Waffeln bleiben ständig daran kleben, so dass ich all meine Geduld zusammennehmen muss, um die Waffel mit der Plastikgabel mühsam von dem Eisen zu kratzen – zum Höhepunkt schaut mir ein Mitarbeiter dabei zu (danke auch) und meint dann: „Yes, I know, that’s because it’s very old and not working so well anymore“ – no kidding.
- Es gibt einen einsamen Apfel, das Einzige, was annähernd gesund ausschaut im ganzen Raum (neben dem Wasser vielleicht, dass aber detektivisches Gespür verlangt, um gefunden zu werden), den ich natürlich sofort schnappe, woraufhin Matthäus mit dem Plastikmesser ca. 5 Minuten lang probiert, den Apfel zu schneiden, bevor wir es aufgeben und ihn im Zimmer mit dem Taschenmesser zerkleinern und genießen.
- Ich blicke sehnsüchtig in die Ferne und sage dann: „Mmmh, ich vermisse das Daddy Frühstück (mein Papa ist bekannt für sein super leckeres Frühstück, das er immer auf den Tisch zaubert) – ah jetzt, wo ich drüber nachdenke; der Papa sollte ein Frühstückslokal an der Route 66 eröffnen.“
- Wir sammeln all die Wäsche von überall im Zimmer und Badezimmer ein („Oh, schau, da ist der Freund vom Socken!“) und sind daher nicht ganz so flott mit dem Einpacken wie sonst.
- Dann geht’s los Richtung Tulsa, vor dessen crazy Autoverkehr uns unser Coleman Theater Guide schon gewarnt hat – und nicht zu Unrecht – wie immer in Amerika gehört Blinken zum schlechten Ton, und im Gegensatz zu sonst wechseln die Leute wild Spur und das Ganze erinnert mich ein bisschen an das Fahrerlebnis in Boulder – also ich fühl mich sehr wohl, wie wenn man in Wien auf der Tangente fahrt quasi.






- Tulsa liegt im Herzen des „Bible Belt“ und ist dementsprechend übersäht mit Kirchen, die heute am Sonntag alle sehr gut besucht sind (das erkennen wir, da nahezu alle Parkplätze vor den Kirchen besetzt sind).
- Wir haben sogar in der Dokumentation, die wir geschaut haben, gesehen, dass es in Tulsa eine der wenigen christlichen Universitäten gibt, an der z.B. der Gottesdienst am Sonntag zum Pflichtprogramm gehört und das gesamte Curriculum christlich geprägt ist; ihr ursprüngliches Motto war immerhin: „Faith, Wisdom, Service: For Christ, For State.“ („Glaube, Weisheit, Dienst: Für Christ, Für den Staat.“)




- Wir erreichen Tulsa durch die wirklich amerikanischen und wirklich schirchen Vororte (nicht sehr diplomatisch, aber es ist, was es ist), in denen sich Tankstellen mit Industrie mit (ein bisschen sketchy) Wohnsiedlungen abwechseln.
- Und ich habe fast schon Tulsa abgeschrieben als „Geh bitte, da könn ma eh einfach durchfahren“, als wir Downtown erreichen und meine Worte verstärkt werden – es erinnert mich wirklich an Wien – überall sind Einbahnen und das Ganze Gefahre ist mit dem Auto ein Graus (wie uns der Guide vom Theater gewarnt hat, er hatte Recht, hört auf ihn!), nur dass man im Gegensatz zu Wien keine Wahl hat, auf Öffis auszuweichen, sondern einem nichts anderes übrigbleibt, als mit dem Auto zu fahren, weshalb selbst (oder gerade) am Sonntagvormittag die Straßen recht voll sind.
- Wir bleiben also nur ganz kurz bei dem in unserem Guide beschriebenem Woody Guthrie Center stehen, schießen ein Foto (und gehen dafür über die Straße) und düsen dann weiter Richtung Oklahoma City.


- Zwischen Tulsa und Oklahoma City liegt mit 110 Meilen ca. das längste noch zusammenhängende Stück der Route 66, von dem man ständig links und rechts neben dem dicken Highway Abschnitte entlangfahren kann.
- Manche dieser Abschnitte sind allerdings inzwischen Privatgrund und immer wieder begegnen wir Schildern „Road Closed“ oder „Private Property“ – und da die Waffengesetze in Oklahoma sehr relaxed zu sein scheinen (im Walmart haben wir ein Schild gesehen „Do not carry firearms openly“- beruhigend), möchten wir nicht unbedingt riskieren, uns mit unserem fetten, weißen SUV auf ein Privatgrundstück zu begeben.
- Die Abschnitte, die wir fahren, sind allerdings echt ein Erlebnis und gehen manchmal schon wieder in Richtung Dirt Road – großartig, I like!


- Eines der Highlights neben der Straße ist eine Betonskulptur von einem blauen Wal, die letzten Überreste eines Wasserparks, der sich einst hier befand – Nostalgie, Nostalgie.





- Wir machen natürlich den obligatorischen Stopp, ziehen uns kurze Hosen an, da das Klima schon deutlich milder ist – wir sind schließlich schon mehrere Tage Richtung Südwesten gefahren – und gehen uns den Wal anschauen, auf den man sogar raufgehen kann – und von wo aus man noch alte Wasserrutschen in den See hinein sieht.


- Nachdem wir einige Orte (bei manchen sind wir uns nicht ganz sicher, ist das ein Ort oder eine Ghost Town?!) passiert haben („Continue on Old Highway 66“), erreichen wir die Suburbs von Oklahoma, die schon wieder an die Suburbs von Tulsa erinnern und uns keinen guten ersten Eindruck der Stadt vermitteln.
- Der Blick, den man hie und da auf die „Skyline“ (4 Wolkenkratzer) von Oklahoma erhascht, ist schon ganz nett, aber insgesamt sind wir uns – wie so oft – nicht immer sicher: Sind wir jetzt überhaupt schon in der Stadt oder ist das noch Land?!

- Neben einer Straße liegt ein verlassener Golfplatz, ein trauriger Anblick mit einem fast schon Horrorfilm-mäßig ausschauendem Schild „Private Property“.
- Auf unserer Straße (der original Route 66 natürlich) gibt es Road Work, erst einmal kein Grund zur Sorge, das gibt es hier – wie auch in Europa – ständig, doch dann steht auf einmal wieder ein Schild „Road Closed“.
- Immerhin lässt sich das Problem durch einen nur kleinen Umweg durch eine Wohnsiedlung lösen (als ich anmerke: „Denkst du, es ist nett, dass wir jetzt einfach den Leuten durch die Wohnsiedlung gurken?“, meint Matthäus: „Bevor ich einen Umweg von einer Meile fahre, fahre ich durch die Wohnsiedlung – also das seh ich ja nicht ein.“ – fair enough)
- Bald schon erreichen wir den Lincoln Boulevard, der direkt auf das Kapitol von Oklahoma zuführt („die Champs Elysee von Oklahoma sozusagen“, meine ich), was schon eindrücklich ist – dieses Kapitol ist passenderweise übrigens das einzige Kapitol der USA, das umgeben ist von intakten und erschlossenen Ölquellen.

- Weiter geht es in das artistische Viertel Paseo, in dem wir beim Restaurant Cleevers einen Stopp einlegen, das – wie beschrieben – gute und lokale Gerichte serviert.



- Als ich es google, bekomme ich erst einmal einen Schreck, denn die erste Google Frage, die oft gestellt wird, ist „Wie ist der Dresscode von dem Restaurant?“, und ich schaue an mir hinunter – mit meinen Jogginghosen und Gammel Leiberl schön abgerundet mit Laufschuhen wird das schwierig mit Dresscode – aber auch da stellt sich das Restaurant glücklicherweise als sehr Amerikanisch heraus und es gibt so gut wie keinen Dresscode, außer dass man bitte T-Shirts und Schuhe anhaben soll (dass man DAS immer dazu schreiben muss – ich bemerke übrigens, nirgends steht etwas von Hosen…).

- Wir bekommen also einen Platz und tatsächlich würde ich sagen, es ist eher ein gehobenes Restaurant, es gibt sogar richtige so Stoffservietten und das Essen ist einfach köstlich, njam!
- Matthäus und ich bestellen eine Vorspeise und teilen dann eine Hauptspeise.
- Fun fact: Als der Kellner mit den zwei Tellern kommt, sehe ich die Portionen und schicke ihn weg, bevor Matthäus mich schief anschaut und meint: „Das war unser Essen, Marie“, woraufhin ich (mich entschuldigend) den Kellner wieder zurückrufe (und den Nachbartisch dabei unterhalte – gern geschehen) und ich einfach baff bin von der Größe der Portionen.
- Wir können es nicht glauben, bis wir die Rechnung bekommen – die Portionen sind so riesig, dass wir überzeugt davon sind, wir hätten einen Fehler gemacht und aus Versehen beide dasselbe Hauptgericht bestellt – es stellt sich heraus: Das haben wir nicht, es war nur ein Hauptgericht.
- Trotzdem müssen wir zum Schluss nach einer Box zum Einpacken fragen, es ist einfach zu viel Essen.
- Wir beschließen also, einen Verdauungsspaziergang zu machen, was wir dringend brauchen, und erkunden dabei die Gegend, beziehungsweise eigentlich peilen wir ein Café an, das wir in der Gegend entdeckt haben, das Picasso Café.




- Das Viertel ist wirklich voller Galerien, Kunstwerke und kleiner Geschäfte, die Bücher, Gemälde und sonstige Dinge verkaufen.
- Das Café liegt schön eingebettet zwischen all diesen und hat draußen auch Plätze, wo wir uns in der Sonne hinsetzen.
- Wir sind beide ein bisschen angespannt und haben drum nicht so eine nette Kaffeekonversation wie sonst, was dazu führt, dass ich irgendwann Reißaus nehme und wortwörtlich ein, zwei Runden um den Block drehe (jetzt verstehe ich endlich diesen Ausdruck).
- Wir bezahlen, gehen retour zum Auto und weiter geht es, versöhnt und im wunderschönen Abendlicht die Route 66 entlang.


- Wir erreichen bald schon El Reno, eine Suburb von Oklahoma City (glaub ich, oder vielleicht hat es wie Gerasdorf Daseinsberechtigung als selbstständige Stadt), auf jeden Fall ist es bekannt für Sid’s Diner, das sehr zu ausschaut.





- Es folgt viel Nichts, oder „Middle of nowhere“, wo wir auch teilweise eine Dirt Road entlangfahren, die sogar Teile der Straße, die älter ist als Teile der Route 66, enthält – es ist ein Erlebnis.


- Wir trauen unsere Augen fast nicht, als uns tatsächlich wer entgegenkommt – ein landwirtschaftliches Fahrzeug, aber trotzdem – mittlerweile ist die Sonne immerhin auch schon untergegangen und obwohl der Mond recht hell leuchtet, ist es schon eher dunkel.
- Wir erreichen wenig später die ehemalige Toll Bridge, die sehr unspektakulär ist.
- Und noch wenig später wieder die richtige Straße – nur um dann nach wenigen hundert Metern festzustellen, dass diese gesperrt ist („Road Closed“): Wir fragen uns, warum?! Doch kommen bald schon dem Mysterium auf die Spur:

- Wir sehen kurz darauf einige riesige Bauteile am Straßenland liegen: „Schau mal, das war mal die Brücke“, meine ich zu Matthäus und man glaubt es kaum:
- Es sind Teile der Pony Bridge: Matthäus liest später nach: Sie haben sie tatsächlich auseinander genommen und bauen jetzt eine neue Fahrbahn drauf und dann setzen sie die Bögen wieder dran (aber nur zur Deko, nicht als tragende Elemente).
- Wir müssen einen Riesenumweg fahren und über die Interstate (wäh), um unser Hotel und den nächsten Abschnitt der Route 66 zu erreichen.
- Heute übernachten wir im unscheinbaren Ort(?!) Hinton, in dem es hauptsächlich Casinos gibt (er liegt auch praktischerweise direkt an der Interstate), in einem Motel mit dem klingenden Namen Hinton Inn.

- Wir kommen dort an und es schaut sehr zu aus – ich schau also rein und werde von einem riesigen Schild bei der Rezeption begrüßt „Only ring, if you want a room“, also läute ich mutig die Glocke und kurz darauf taucht ein missmutig gestimmter Typ auf, der die unzähligen Kommentare auf Google mit „totally rude staff“ erklärt und mich fragt, was ich will.
- Na was wohl, als hätt‘ ich mich getraut, wegen irgendwas anderem als einem Zimmer zu läuten, er fragt mich nach Automarke und wie es ausschaut („weiß“ ist meine Standardantwort, die ihm zu genügen scheint – ha, der Typ, der nach mir reinkommt, erklärt ihm lang und breit, was GENAU er für ein Auto hat, nur um dann vom Hotelier angeschnauzt zu werden „Which color?“).
- Er ist total nach meinem Geschmack – vor allem für einen Abend, an dem ich müde beim Motel ankomm‘ und einfach nur ein Bett möchte – als wir es geschafft haben, die Zimmernummer und Kreditkarte auszutauschen, sagt er einfach „Good Night“ – kein „Have a nice evening“, „enjoy your stay“ oder sonstigen Bullshit – woraufhin ich „Good Night“ erwidere und happy bin, dass ich mit so wenigen Worten ein Hotelzimmer buchen konnte und nicht als total unhöflich oder SO ein typischer Europäischer Tourist abgestempelt wurde.

- Wir beziehen unser gemütliches und urig eingerichtetes Zimmer (das ganze Motel erinnert an einen Antiquitätenladen, passend zum Thema unseres Trips) und ab geht’s ins Bett!
Montag, 23.Oktober
The Big Texan und Was soll das sein – Panhandle?!
Hinton, Oklahoma – Amarillo, Texas (1190 Meilen/ 1900 km)

- Los geht es mit dem Red Rock Canyon Adventure Park – nicht zu verwechseln mit dem Red Rock Canyon Park, Las Vegas, dem Red Rock Canyon State Park in Kalifornien oder dem Red Rock Canyon in Colorado (Red Rock Canyons überall!), der ganz in der Nähe von Hinton liegt und nicht unbedingt einen Abstecher wert ist.




- Der einstige State Park ist heute in Privatbesitz, da Oklahoma kein Geld mehr für State Parks hat.
- Er macht immerhin seinem Namen alle Ehre, denn steile rote Felswände ragen auf beiden Seiten des Canyons in die Höhe und mit den Bäumen, die in allen möglichen herbstlichen Farben leuchten, gibt das Ganze ein ganz schönes Bild ab.
- Wir beschließen, uns ein bisschen die Beine zu vertreten, da wir eh genug sitzen, und machen eine kurze „Wanderung“ durch den Park, wobei wir uns zuerst unerfolgreich versuchen mit der Karte, die wir beim Eingang erhalten haben, zu orientieren, was so schief geht, dass wir schließlich unseren Weg mit Komoot finden.


- Die Runde ist ganz schön und führt hinauf zum Rim, von wo aus man ganz schöne Aussichten auf die umliegenden Wälder in ihrer Herbstpracht erhaschen kann.
- Retour geht es zum Auto und weiter nach Clinton, wo sich eines der unzähligen Route 66 Museen befindet, das aber scheinbar im Gegensatz zu den anderen kein willkürliches Sammelsurium von alten Gegenständen, Fotos oder sonst was ist, was Leute mit der Route 66 verbinden, sondern schön aufgebaut ist und einen guten Überblick über die Straße und ihre Geschichte über die Zeit hinweg erzählt (mehr dazu findet ihr hier).





- Tatsächlich verbringen wir ganz schön viel Zeit in dem Museum und freuen uns über die wirklich gute Aufbereitung der Geschichte der Straße, die in die 20er Jahre zurückgeht, in denen Autofahren in wurde und neue Straßen dringend benötigt wurden.
- Im Shop finde ich ein nettes kleines Büchlein, das ein Replika eines Buches, herausgegeben im Jahr 1946, über die Route ist und das total spannende Einsichten in die Geschichte der Route 66 und ihren Verlauf gibt, genauso wie Einblicke in wie Orte damals ausgesehen haben.
- Weiter geht es in die Ghost Town Foss und nach Elk City, wo wir einen kurzen Stopp machen, um zu tanken und um in Ruhe mit Johannes und co den geplanten Segeltörn für nächstes Jahr zu besprechen.


- In Elk City gibt es alles: Wir finden einen Briefkasten und einen Drive-in Bankomaten, wo wir Geld abheben.
- Weiter geht es nach Texola, einer Ghost Town – obwohl wir uns nicht ganz sicher sind, wo die Grenze gezogen wird, Foss war auch offiziell eine Ghost Town und da haben schon noch einige Leute gelebt – natürlich waren dazwischen auch einige zerfallene und offenbar unbewohnte Gebäude, aber das haben wir jetzt auf dem Weg schon öfter gesehen.








- Die ganze Atmosphäre hier, nahe der Texanischen Grenze, fühlt sich irgendwie sehr merkwürdig an: Es ist ein gewisses Unwohlsein oder eine Unruhe, die einen erfüllt, bei der Menschenleere, die zugleich Anzeichen von Bewohnern aufzeigt – hauptsächlich durch die modern aussehenden Autos, die vor manchen Häusern parken, wobei wir uns bei einigen von diesen Häusern fragen: Kann da wirklich noch jemand drinnen wohnen?!



- Wir passieren Orte mit klingenden Namen wie Shamrock und Lela, bevor wir Alanreed erreichen, wo ein ehemals berühmt-berüchtigter Abschnitt der Route 66 startet, der damals schon Dirt Road war und bei Regen dazu führte, dass einige Autos stecken blieben, der sogenannte Jericho Gap.
- Heute ist die Dirt Road enttäuschend gut gewartet und es regnet nicht, weshalb wir sie ohne Probleme mit unserem Allradantrieb SUV passieren – ooh…
- Weiter geht’s nach Groom, dessen Distinktionsmerkmal ein schiefer Wasserturm und das größte Kreuz der westlichen Hemisphäre ist (wir fragen uns, wo ist auf der Östlichen Hemisphäre ein größeres?) – wow!


- kurz nach Groom machen wir einen kleinen Abstecher zur Slug Bug Farm, wo ein bisschen ähnlich zu der bekannten Cadillac Ranch, einige kleine Käfer im Boden verbuddelt sind und von vorbeifahrenden Route 66 Abenteurern mit Graffiti besprüht wurden- ein Kult Stop
- oder eher sollte ich schreiben: verbuddelt „waren“, denn als wir dort ankommen, sind die Bugs ausgebuddelt und das ganze schaut eher wie ein Autofriedhof aus als wie sonstwas


- später lesen wir nach, dass die Slug Bug Farm gerade aufgelöst wurde und es Ideen gibt, sie zu einer neuen Location zu übersiedeln, das Ganze aber noch Work-in-progress ist
- Über viel nichts – so weit man sieht, liegen Felder und steppenartige Landschaft und skurille Schilder – bis nach Amarillo, wo sich das berühmte „The Big Texan Steak Ranch“, ein Restaurant mit einem Motel daneben befindet.






- Wir kriegen leider kein Zimmer mehr in dem Motel, aber gönnen uns ein Steak (das wir wieder einmal zu zweit teilen) in dem Restaurant.
- Das Restaurant ist berühmt für sein 72oz (ca. 2kg) Steak, das, wenn man es mitsamt einigen Beilagen in unter einer Stunde isst, man aufs Haus bekommt – scheitert man, muss man die 72 Dollar selbst zahlen.


- Zur „Unterhaltung“ der anderen Gäste sitzt man dabei auf einem Tisch, der auf einer Art Podium steht.
- Unsere Trinkbecher informieren uns darüber, dass die Challenge der Legende nach (oder der frei erfundenen Geschichte nach) entstand, als sechs Cowboys hier einen Stopp einlegten, Steaks nach Steaks bestellten und derjenige, der am meisten essen konnte, am Ende 2kg Steak und einige Beilagen verdrückt hatte.




- Wenige Leute sind der Challenge gewachsen, aber manche haben sie dafür mit „Bravour“ gemeistert: Im Jahre 1963 hat ein professioneller Wrestler einfach 2 der Steaks innerhalb einer Stunde verdrückt; die älteste Person, die die Challenge je gemeistert hat, ist eine 69-jährige Oma und den Rekord für das schnellste Essen des Steaks hält bis heute eine Hausfrau namens Molly, liebevoll auch „Memorial Day Molly“ genannt, die im Jahr 2014 das Steak innerhalb von 4 Minuten 58 Sekunden heruntergeschlungen hat, nur um dann eine zweite Portion innerhalb von 9 Minuten und 59 Sekunden zu essen.
- Ich meine dazu: „Boah, das kann nicht g‘sund sein, 4kg Steak in 10 Minuten – es ist nicht mal g‘sund 2kg Steak in einer Stunde zu essen denk ich“, Matthäus: „So ist das halt mit Sportarten; wenn man sie ins Extreme treibt, sind sie nicht mehr gesund.“
- Niemand versucht sich an der Insane Eating Challenge, während wir da sind, aber kein Stress – man kann das Ganze auch online verfolgen (?!?!)
- Ab geht es in das Motel, in dem wir noch einen Platz gefunden haben, passenderweise der „Route 66 Inn“, der von einem sehr freundlichem Inder betrieben wird – gute Nacht!



















