
Abenteuer und Wildnis auf der Insel Saba
in der Karibik.
Donnerstag, 30. November
Schnitzelhaus
- Mit der Public Ferry erreichen wir also wieder die Insel St. Martin, auf der wir immer nur kurz für einen Zwischenstopp vorbeischauen.


- Trotzdem ist die Insel erwähnenswert, denn hier befinden sich auf kleinstem Raum zwei Länder: Es gibt einen Niederländischen Teil der Insel, Sint Maarten, und einen Französischen Teil, Saint Martin.
- Mit der Fähre erreichen wir den Französischen Teil, der irgendwie (fragt mich nicht genau wie) zu Frankreich gehört. Hier sprechen alle Französisch, die Autos haben Französische Kennzeichen und vom gesamten Flair könnte man genauso gut in einem warmen, sonnigen Teil Frankreichs sein.
- Der Niederländische Teil ist irgendwie ein bisschen selbstständiger, bald schon finden hier Wahlen statt und obwohl die meisten Niederländisch sprechen können, fühlt es sich doch weniger nach den Niederlanden an, als sich der Französische Teil nach Frankreich anfühlt.
- Apropos Wahlen: Die Parteien machen natürlich schon fleißig Werbung – überall hängen Wahlplakate und fun fact: Auf den meisten sind ALLE Mitglieder der Partei abgebildet (alle 11).




- Unser Taxifahrer erzählt, dass (wenig überraschend) der Niederländische Teil steuerlich günstiger ist, weshalb sich alle Unternehmen der Insel auf der Niederländischen Seite niedergelassen haben und tatsächlich: Kaum überqueren wir die Grenze, fahren wir durch ein Industriegebiet nach dem anderen.
- Wir erreichen also Philipsburg, die große Hafenstadt, bei der auch die Kreuzfahrtschiffe anlegen, von denen heute drei einlaufen.
- Das spüren wir, kurz nachdem wir in der zunächst verlassenen Stadt angekommen sind, denn auf einmal füllen sich die Straßen und die Stadt wird förmlich von Menschen überschwemmt.
- Kein Wunder, denn der Niederländische Teil der Insel hat ca. 40.000 Einwohner, während der Französische Teil in etwa 30.000 hat und auf ein einziges Kreuzfahrtschiff passen rund 5.000 Menschen (zumindest auf die riesigen, die durch die Karibik fahren) – das heißt wenn drei Kreuzfahrtschiffe auf einmal im Hafen liegen (wie es heute der Fall ist), dann sind gleich einmal ca. 20% mehr Leute auf der Insel, die noch dazu alle irgenwo herumrennen oder -fahren (eine klassische Schulrechenaufgabe 😉 ).
- Wir spazieren also durch das langsam überfüllter werdende Philipsburg und schauen noch in einen Supermarkt, um uns für Saba mit Snacks etc. einzudecken.





- Dann bekomm ich langsam Hunger und da wir noch ein bisschen Zeit haben, bis unsere Fähre nach Saba abfährt, machen wir uns auf die Suche nach Essen – immer der Nase nach.
- Irgendwann bleibe ich stehen und meine zu Matthäus: “Mmmh, das riecht ja gut da, solllen wir mal schauen, was die so ham?” Und als wir zu dem Stand schauen und das Menü entdecken, fangen wir beide zu lachen an.
- Ich bin zielsicher zum Schnitzelhaus gegangen. Matthäus meint lachend: “Jaja, das hast du schon vom Weiten gerochen.”


- Stilecht spielen sie auch noch Ballermannlieder im Schnitzelhaus ab, allerdings mehr Niederländisch angehauchte und eine Frau meint kopfschüttelnd zum Aprés Ski Song, den es gerade spielt: “I hear this song and all I hear is drugs.”

- Mit einer kleinen, aber schnellen Fähre geht es ab nach Saba.
- Diese super kleine Insel ist ein Teil des Königreichs der Niederlande und ist eine der wenigen Inseln der Karibik, die noch nicht total vom Pauschaltourismus überlaufen ist.









- Dementsprechend urig ist die Einreise, die in einem kleinen Häuschen am Hafen abgehandelt wird.
- Die Schlange ist auch nicht sehr lang und ich bin voll happy, als die Beamtin, die die Einreise abwickelt, sich als Niederländerin herausstellt, mit der ich sogleich auf Niederländisch rede.

- Sie fragt, wo wir übernachten und wir antworten “El Momo cottages”, woraufhin eine Frau hinter uns laut ausruft “El Momo, oooh, sooo many stairs! Sooo many!“
- Ihrer Aussage stimmen wir kurz später zu, als wir mit unseren Rucksäcken über Stiegen und mehr Stiegen aufsteigen und diese kein Ende nehmen wollen.

- Endlich erreichen wir die Rezeption, die allerdings verlassen vor uns liegt, mit einem Zettel daneben, der uns sagt, wenn niemand da ist, solle man hier anrufen.
- Das tun wir also und erreichen kurz darauf unseren ziemlich außer Atem klingenden Host, der meint “Jaja, I’m there in 5 Minutes.”
- Er erzählt uns dann: Seine Frau und er, die gemeinsam die Cottages betreiben, sind heute Abend auf einer Feier eingeladen, die draußen stattfindet – direkt neben der Straße und da haben sie sich gedacht: Wenn unser Taxifahrer vorbeifahrt, dann würde er sich auf den Weg hinauf machen.
- Allerdings hat er das Taxi erst gesehen, als es schon wieder hinuntergefahren ist und ist dann dementsprechend gestresst losgesprintet – die tausenden Treppen hinauf.
- Er erzählt uns, wie alles so abläuft, zeigt uns, wo es Frühstück gibt, wie man duscht (es gibt kein fließendes Wasser), wie man die Komposttoiletten benutzt (wobei er sehr beruhigt ist, als wir ihm erzählen, wir waren gerade 10 Tage am Segelschiff unterwegs, das Konzept ist uns also nicht neu) und fügt dann hinzu: “We have a cat and she is just looking for love…” und nach einer kurzen Pause “But aren’t we all?”
- Apropos Dusche: Diese zu benutzen ist schwieriger als man denkt, deswegen gibt es noch eine Bild- Anleitung – wobei unser Host als Modell posiert hat:

- Wir setzen uns also auf unsere kleine gemütlich Terasse, genießen die Atmosphäre und die Aussicht und sehen zum krönenden Abschluss des Tages eine Krabbe vor unserer Hütte herumrennen – cool!

Freitag, 1. Dezember
Saba Day
- Heute genießen wir zum ersten Mal das echt leckere El Momo Frühstück – mit frischem Früchten, njam!


- Dann machen wir uns langsam auf nach The Bottom, wo die Saba Day Feierlichkeiten heute stattfinden – zu Fuß über einige der unzähligen Wanderwege, die es auf der Insel gibt.

- Das offizielle Programm endet zu Mittag, weshalb wir es leider gänzlich verpassen – dafür kommen wir zum Essen und Tanz.
- Wir chillen uns mit vielen anderen Leuten hin, schauen uns die Action an und essen leckere Snacks, die es gratis gibt.


- Schließlich wandern wir wieder heim und chillen auf unserer Terrasse und beim Pool.




- Am Abend hören wir noch den Umzug, der zu Ehren des Saba Days stattfindet – es klingt, als würde ein Party Bus über die Insel fahren und dazwischen hören wir eine „Yeah goat“ (ähnlich wie im Video unten).
- Zum Abendessen schauen wir in den nahegelegenen Ort Windwardside, wo wir uns ein Abendessen in einem schönen Restaurant gönnen.



Samstag, 2. Dezember
Chillertag
- Frühstück und dann chillen – das ist unser heutiger Tag.
- Wir lesen, schauen Film, genießen die tolle Aussicht und quatschen entspannt über dies und jenes.
- Außerdem stellen wir fest, dass sich die Katze tatsächlich nach viel Liebe sehnt.





Sonntag, 3. Dezember
Aufi muss I, der Berg ruft
- Die Österreicherin in mir kommt heute durch und wir beschließen: Das gibt’s ja nicht, bevor wir Saba verlassen, müssen wir den Gipfel des Mount Scenery erklimmen – vor allem, da er mit seinen 887m der höchste Punkt des Königreichs der Niederlande ist.
- Nach einem sehr leckerem Frühstück wieder einmal machen wir uns also – ausgerüstet mit viel Wasser, Keksen und Crackern – auf.


- Der Anstieg stellt sich als super steil und tatsächlich kein Walk in the Park heraus – der ganze Weg besteht eigentlich aus Treppen – da könnt ihr euch vielleicht vorstellen, auf welcher kurzen Strecke die Höhenmeter überwunden werden müssen.





- Das heißt nicht unbedingt, dass es schneller geht, allerdings – vor allem, da das Thema der Wanderwege der Insel „slippery“ ist.
- Vor allem näher beim Gipfel sind teilweise die Wege im Schatten und ständig feucht, sodass die Steine mit Moos bewachsen sind und eine einzige Rutschpartie darstellen.
- Netterweise sind an manchen Stellen Geländer hingebaut, so dass man sich ein bisschen anhalten kann und obwohl ich mich zuerst weigere, Geländer zum Wandern zu verwenden, bin ich vor allem beim Abstieg heilfroh darüber.

- Es gibt drei Aussichtspunkte, die wir natürlich alle anschauen, wobei „Aussicht“ ein bisschen übertrieben ist in Anbetracht der Tatsache, dass der Gipfel des Mount Scenery eigentlich immer in Wolken hängt.
- An einem haben wir Glück und erhaschen kurz einen Blick auf Windwardside (mit kurz meine ich 5 Sekunden lang ca.), bevor es wieder zuzieht.









- Beim dritten Aussichtspunkt wundern wir uns schon, warum da niemand den Weg hinaufgeht, allerdings wird uns das bald klar: Es ist super gatschig und next level rutschig – richtig abenteuerlich.
- Wir kämpfen uns teilweise echt durchs Dickicht hinauf, wobei wir manchmal schon zweifeln, ob da überhaupt noch ein Weg ist.
- Das tolle übrigens an dem Weg und warum sich das Abenteuer auszahlt, ist: Dieser Weg führt großteils durch Nebelwald, der hier am Gipfel des Mount Scenery wächst und sehr besonders ist.




- Der Nebelwald könnte echt eine Inspiration für gute Märchen sein, es hat etwas Magisches, wie das Moos auf den Bäumen wächst und die wenigen Sonnenstrahlen sich durch die dichte Wolkendecke ihren Weg ins Dickicht bahnen und dann in allen möglichen Winkeln durch das Blätterdach fallen.

- Obwohl der Aufstieg anstrengend war, sind wir noch motiviert und haben Lust auf mehr Wandern, also beschließen wir auf der anderen Seite über den Elfin Forest Trail abzusteigen.







- Dieser Weg stellt sich als noch krasser als der Aussichtspunktweg heraus und ist eine echte Challenge – über richtig rutschige Steine (ohne Treppen) mit gatschigen Rutschflächen geht es sehr steil den Berg hinunter.
- Zur Belohnung haben wir zwischendurch immer wieder eine tolle Aussicht auf das Meer und auf den Flughafen – mit der weltweit kürzesten Landebahn!


- Es ist wirklich kein Wunder, dass wir sonst niemanden hier treffen.








- Wir sind echt erleichtert, als wir endlich unten ankommen und es relativ eben weiter geht.
- Unser Plan ist es, den Sandy Cruz Trail entlangzugehen, der rund um den Mount Scenery führt und tolle Aussichten bieten soll.
- Er hält, was er verspricht, und von hier aus (aus ca. 500m Höhe) hat man tatsächlich gute Aussichten, da man sich unter der Wolkendecke, die den Gipfel des Mount Scenery umgibt, befindet.

- Hier führt der Weg durch dichten Regenwald – eines der ältesten Stücke Regenwald der Insel.

- Wir erreichen bald schon wieder The Bottom, von wo aus es über den Bottom Mountain Trail wieder hinaufgeht, wie immer auf Saba über sau steile Serpentinen und dem Thema folgend „slippery“, allerdings nicht da es so feucht ist, sondern da es so trocken ist – wow.
- Auf diesem letzten Anstieg für heute (abgesehen von dem am Schluss natürlich) spüren wir schon unsere müden Beine, aber wie immer ist es sau steil und die Höhenmeter werden „schnell“ überwunden.






- Über den Crispeen Trail, den wir schon kennen, geht es also retour nach Windwardside.
- Wir hören lautes Hupen und laute Musik, die von der Car Parade kommt, die heute zu Ehren des Saba Days stattfindet.
- In Windwardside stellen wir begeistert fest, dass der Saba Snack offen hat, wo wir uns mit „gscheitem“ Essen (Saba Salat, Fisch und Burrito) eindecken, bevor wir uns auf den letzten Aufstieg aufmachen und die 60 Treppen zum El Momo mit mehr Bravour meistern, als ich gedacht hätte.
- Oben angekommen essen wir unser wohlverdientes Essen, während wir den Sonnenuntergang über dem Meer genießen – wow, so kann man leben!

- Zur Erfrischung springen wir noch kurz in den Pool unterm Sternenhimmel – ein wunderschöner Tag insgesamt!
Montag, 4.Dezember
Flugzeuge überall!
- Aufstehen, frühstücken – unsere übliche Routine.
- Dann müssen wir leider schon wieder einpacken, denn heute geht es weiter – Richtung Jamaika (wow, ich sollte Poet werden).
- Allerdings ist unser Flug erst am Abend, daher machen wir untertags noch einen Planungs- und Organisationstag auf der wunderschönen Terrasse vom El Momo.
- Wir sind etwas unorganisiert und bringen nicht so recht was voran – immerhin schaffen wir es, für die ersten Nächte in Kingston auf Jamaika eine Unterkunft zu buchen!
- Mit dem Taxi geht es auf die andere Seite der Insel (damit sind wir die ganze Straße der Insel abgefahren) zum Flughafen, wo wir witzigerweise wieder die Dame, die uns auch schon bei der Einreise den Stempel in den Pass gegeben hat, treffen.

- Sie erkennt uns auch und meint: „Ah, seid ihr nicht mit der Fähre angekommen?“ und erklärt uns, dass man das sogar an den Stempeln erkennt, auf denen dann so eine kleine Fähre bzw. ein kleines Flugzeug abgebildet ist – nice!

- Apropos kleines Flugzeug: Das Flugzeug, mit dem wir fliegen, eine DHC-6, hat gerade einmal 19 Sitze und wir fliegen nur zu viert. Plus natürlich Pilot und Copilotin – cool!


- Es ist wirklich ein mega Erlebnis – ich bin ganz begeistert!
- Die Propeller hört man so laut, dass wir sogar Mühe haben, uns während des Fluges zu unterhalten.








- Der Flug dauert geschlagene 12 Minuten, bevor wir wieder auf St. Martin landen – welcome back!
- Dort fahren wir mit einem Taxi einmal rund um den Flughafen, wo sich unser Hotel befindet – Marys Boon Beach.
- Dabei kommen wir am Club vorbei, den unser Taxifahrer von Saba hier einst betrieben hat, bevor ihn der Hurrikan Irma im Jahr 2017 zerstörte, so dass heute nur noch die Ruinen davon übrig sind.
- Marys Boon Beach ist das schönste Flughafenhotel, das wir bisher gebucht haben – sorry USA – und liegt direkt am Strand.

- Das nutzen wir aus und spazieren – schon im Dunkeln, aber trotzdem toll – den Strand entlang, da ich unbedingt den berühmten Strand sehen möchte, der direkt vor der Landebahn liegt und von dem es diese Fotos gibt, wo Leute mit dem Jetstream der Flugzeuge mitsegeln (sau gefährlich, aber schon auch nice!)

- Dort angekommen sind wir nicht so in Bar Stimmung, aber wir haben Glück und es kommt eh bald schon ein Flugzeug – nur ein kleines, aber immerhin.
- Es ist wirklich krass: Vor allem jetzt in der Nacht hat man richtig das Gefühl, dass das Flugzeug direkt auf einen zukommt.
- Begeistert spazieren wir also wieder zurück zum Marys Boon Beach, in dessen Restaurant wir uns ein Abendessen gönnen – Lobster Pasta, njamnjam!


